Hätte ich Dich bloß abgetrieben!

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Triggerwarnung: In diesem Text geht es um seelischen und körperlichen Missbrauch.

Hätte ich Dich bloß abgetrieben!

Ein Satz, der ein Kind zerstörte – und ein Leben für immer prägte.

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Die Illusion von Mutterliebe

Die Lie­be einer Mut­ter ist bedin­gungs­los. Sie ist bereit für Ihr Kind alles zu tun, es zu unter­stüt­zen, um es glück­lich zu sehen. Sie gibt dem Kind Lie­be, Zärt­lich­keit und steht Ihrem Kind jeder­zeit und in allen Lebens­la­gen zur Sei­te. So ist zumin­dest das Ide­al­bild einer Mut­ter in unse­rer Wunsch­vor­stel­lung und in unse­rer Gesell­schaft.

Lei­der hat nicht jeder das Glück, so eine Mut­ter zu haben.

Wenn die eigene Mutter zur Quelle des Schmerzes wird

Was, wenn die Frau, die dich auf die Welt gebracht hat, dein Selbst­ver­trau­en und Dei­ne Gefüh­le in Schutt und Asche legt? Wenn sie dir kei­ne Lie­be, Aner­ken­nung, Auf­merk­sam­keit oder Zunei­gung schenkt?

Ich möch­te an die­ser Stel­le erwäh­nen, dass weder Eltern, noch Kin­der per­fekt sind. Es ist selbst­ver­ständ­lich, dass wir alle Feh­ler in der Erzie­hung oder im Leben machen. Jeder von uns lernt ein Leben lang. Aber es ist eine ande­re Geschich­te, wenn Eltern oder Part­ner das Leben eines ande­ren Men­schen maß­geb­lich nega­tiv beein­flus­sen und fast zer­stö­ren.

Ein Tabu, das still macht

Unse­re Gesell­schaft erwar­tet, dass wir unse­re Eltern lie­ben, ehren und respek­tie­ren.
“Man redet nicht schlecht von sei­nen Eltern!”
“Es ist immer noch Dei­ne Mut­ter, die Dich auf die Welt gebracht hat!”
“Was bist Du für eine Toch­ter, die so über ihre Mut­ter spricht!”
“Du musst Dei­ne Eltern lie­ben!”

Sol­che Sät­ze begeg­nen Betrof­fe­nen immer wie­der – wie Faust­schlä­ge auf ein ohne­hin schon ver­wun­de­tes Herz. Sie ver­hin­dern, dass über emo­tio­na­le Gewalt inner­halb der Fami­lie gespro­chen wird. Sie machen stumm, beschämt, iso­liert. Doch was, wenn die Eltern – allen vor­an die Mut­ter – eben nicht die Quel­le der Lie­be, son­dern des Schmer­zes sind? Wenn hin­ter der hei­li­gen Mut­ter­rol­le ein Mensch steht, der zer­stört statt schützt?

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Der erste Schlag in die Seele

Ich kann mich dar­an erin­nern, dass ich als klei­nes Mäd­chen ein Kleid von einer lie­ben Freun­din geschenkt bekam. Ich zog es stolz an, lief zu mei­ner Mut­ter und prä­sen­tier­te es ihr freu­de­strah­lend. „Mama, guck mal, was ich geschenkt bekom­men habe. Ist das nicht schön?“, sag­te ich mei­ner Mut­ter mit leuch­ten­den Augen.

„Das Kleid ist ganz hübsch, aber so fett und häss­lich wie Du bist, sieht nichts an Dir hübsch aus!“, ent­geg­ne­te sie schroff.

Da war ich gera­de 7 Jah­re alt. Und da war er, die­ser unend­li­che inne­re Schmerz, der mich noch vie­le Jah­re beglei­ten wird.

Der Satz, der alles veränderte

Die­ser eis­kal­te Eimer Was­ser, der sich über mei­nen Kör­per, mein Herz und auch mei­ne See­le ergoss. Ich kann mich sogar erin­nern, geweint zu haben.

„Was heulst Du schon wie­der rum? Du bist ein­fach nur schwach! War­um kannst Du nicht so sein wie ich? Hübsch, schön, schlank und klug! Ich bereue es jeden Tag, Dich auf die Welt gesetzt zu haben! Hät­te ich Dich bloß abge­trie­ben!“, schrie mich mei­ne Mut­ter an.

Es war nicht nur der Satz. Es war das gan­ze Gefühl, uner­wünscht zu sein – nicht nur in Wor­ten, son­dern in Taten. Sie ver­brann­te alle mei­ne Fotos, weil mei­ne Mut­ter sich so schäm­te, so eine häss­li­che Toch­ter zu haben. Bis heu­te exis­tie­ren von mir nur eine Hand­voll Kin­der­fo­tos. Aus Teen­ager­zei­ten exis­tie­ren kei­ne mehr. Damit lösch­te sie nicht nur mei­ne Bil­der – sie lösch­te mich. Und so ent­wi­ckel­te ich selbst das Gefühl, nicht hübsch genug zu sein, nicht lie­bens­wert, nicht rich­tig. Ich mag mich bis heu­te nicht foto­gra­fie­ren las­sen. Denn tief in mir sitzt der Glau­be, dass mein Anblick nichts ist, was man behal­ten möch­te.

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Liebe gegen Leistung

Sol­che Ereig­nis­se wie­der­hol­ten sich im Lau­fe der Jah­re immer und immer wie­der.

„Du musst etwas tun, damit ich Dich lie­ben kann!“, dies ist einer der Sät­ze mei­ner Mut­ter, die mei­ne Kind­heit und Jugend beglei­tet haben.

Ich hun­ger­te als Kind, um so schlank zu sein wie mei­ne Mut­ter. Ich war bereit, alles zu tun, um ihre Lie­be, Aner­ken­nung und Auf­merk­sam­keit zu erlan­gen. Ich woll­te nur, dass die­se Abwei­sung und die­ser inne­re Schmerz auf­hört.

Doch egal, was ich tat, um mei­ne Mut­ter glück­lich, zufrie­den und stolz zu machen – am Ende war sie es nie.

Ich bin mit dem Glau­ben auf­ge­wach­sen, dass ich für nichts gut genug bin. Jeder Erfolg von mir war in ihren Augen nicht gut genug, und jeder Miss­erfolg erfreu­te sie. Sie kri­ti­sier­te mein Aus­se­hen, mei­ne Klei­dung und mei­ne Gesell­schaft.

Die perfekte Fassade

Ich war immer nei­disch auf die wun­der­vol­len Mut­ter-Toch­ter-Bezie­hun­gen. Und es schmerzt mich teil­wei­se noch heu­te, wenn ich Müt­ter dabei beob­ach­te, wie viel bedin­gungs­lo­se Lie­be, Zunei­gung, Stolz und Aner­ken­nung sie ihren Kin­dern schen­ken.

In der Öffent­lich­keit war mei­ne Mut­ter die abso­lu­te Per­fek­ti­on. Eine per­fek­te Gast­ge­be­rin, Ehe­frau, Freun­din und Mut­ter.

Doch hin­ter ver­schlos­se­ner Türe war sie ein ganz ande­rer Mensch – jemand, der alles kri­ti­siert und zer­stört, was man ist.

Aus die­sem Grund zog ich mich schließ­lich immer mehr in mich selbst zurück und wur­de zu einer sehr unsi­che­ren Per­son, deren Selbst­wert­ge­fühl am Boden lag.

Ein Leben in Angst

Ich ver­stand nicht, war­um ich mein Spie­gel­bild hass­te. War­um ich nie­man­dem ver­trau­te. Ich hat­te Angst, mei­ne Gedan­ken und Gefüh­le aus­zu­drü­cken.

Ich habe kaum zu ande­ren Men­schen Bezie­hun­gen auf­ge­baut – aus Angst, abge­lehnt zu wer­den. Ich dach­te, wenn ande­re nett zu mir wären, geschieht dies nur, um mich aus­zu­beu­ten. Zumin­dest wur­de ich mei­ne gan­ze Kind­heit so geprägt.

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Die Welt dreht sich nur um sie

Sol­che Men­schen wie mei­ne Mut­ter leben in ihrer eige­nen Welt, in der nur sie die Haupt­rol­le spie­len. In der sie das Zen­trum sind und alle sich nach ihren Bedürf­nis­sen und Wün­schen zu rich­ten haben.

Es ist die Welt, die wir die Welt der Nar­ziss­ten und Sozio­pa­then nen­nen.

Wenn wir über Nar­ziss­ten und Sozio­pa­then spre­chen, ist meis­tens die Rede von nar­ziss­ti­schen und/​oder sozio­pa­thi­schen Part­nern, die mani­pu­lie­ren, lügen, beschul­di­gen und mit denen es fast unmög­lich ist, eine nor­ma­le Bezie­hung zu haben. Mit einem Part­ner, Freund, Arbeits­kol­le­gen oder Bekann­ten kön­nen wir auf Distanz gehen oder sie aus unse­rem Leben strei­chen und uns leicht erho­len, aber was, wenn es sich um unse­re eige­ne Mut­ter han­delt?

Wenn die eigene Mutter zum seelischen Gefängnis wird

Man kann sich nicht aus­su­chen, wer einen auf die Welt bringt oder in wel­cher Fami­lie man auf­wächst, noch kön­nen wir so leicht jede Ver­bin­dung zu ihnen tren­nen. Denn unse­re Gesell­schaft erwar­tet auch von Kin­dern, dass sie bedin­gungs­los hin­ter den Eltern ste­hen und sie in jeg­li­cher Hin­sicht unter­stüt­zen.

„Ihre Mut­ter ist ein nar­ziss­ti­scher Sozio­path!“, sag­te mir Jah­re spä­ter mein Psy­cho­the­ra­peut nach vie­len Gesprä­chen auf den Kopf zu.

Was wirklich hinter der Maske steckt

Aber was genau ist ein Nar­zisst, Sozio­path oder gar Psy­cho­path? Eine nar­ziss­ti­sche Per­sön­lich­keits­stö­rung ist eine Form von einer psy­chi­schen Stö­rung, die ein erhöh­tes und über­stei­ger­tes Selbst­wert­ge­fühl und ein tie­fes oder gar bedin­gungs­lo­ses Ver­lan­gen nach Auf­merk­sam­keit und Bewun­de­rung ande­rer Men­schen her­vor­ruft. Man wird nicht mit Nar­ziss­mus gebo­ren, son­dern man wird durch Trau­ma­ta, Erleb­nis­se und Ereig­nis­se im Leben zu einem Nar­zisst. Anders ist es bei einem Sozio­path und Psy­cho­path. Bei­des sind For­men von psy­chi­schen Stö­run­gen, die ange­bo­ren sind. Wäh­rend der Nar­zisst alles ver­sucht, um im Mit­tel­punkt zu ste­hen, ist ihm viel­leicht nicht bewusst, dass er Dich durch Mani­pu­la­tio­nen ver­letzt hat. Der Sozio­path beein­flusst und ver­letzt Dich ganz bewusst und hat viel­leicht sogar Spaß dabei. Dem Psy­cho­path sind Dei­ne Gefüh­le und Emp­fin­dun­gen voll­kom­men egal.

Narben, die niemand sieht

Ich habe bis ins Erwach­se­nen­al­ter nicht bemerkt, wie nega­tiv mei­ne eige­ne Mut­ter mich beein­flusst hat. Erst heu­te aus der Sicht eines Erwach­se­nen erken­ne ich wie vie­le Nar­ben, ich auf­grund des Ver­hal­tens mei­ner Mut­ter in mir tra­ge. Wie sehr sie mich für den Rest mei­nes Lebens geprägt und beein­flusst hat.

Ein Kind wird als Kind nie­mals den­ken, dass sei­ne Mut­ter an einer nar­ziss­ti­schen Per­sön­lich­keits­stö­rung lei­det. Kin­der von nar­ziss­ti­schen Eltern wer­den sich nur fra­gen, war­um ihre Eltern sie nicht lie­ben und die Lee­re, den Schmerz und Trau­rig­keit in ihren Her­zen und See­len spü­ren.

Die Kin­der nar­ziss­ti­scher Eltern haben kei­ne ande­re Wahl, als sich selbst und sei­ne eige­ne Iden­ti­tät aus­zu­lö­schen und irgend­wie durch Ver­leug­nung und Selbst­täu­schung zu über­le­ben.

Ich schreibe für die, die nie gehört wurden

Der Nar­ziss­mus ist so gefähr­lich, weil er zunächst nicht erkannt wer­den kann. Nar­ziss­ten sind meis­tens unglaub­li­che Char­meu­re, die sich als die bes­ten Men­schen der Welt dar­stel­len kön­nen.

Bevor ich die Anzei­chen einer nar­ziss­ti­schen Mut­ter auf­lis­te, möch­te ich sagen, dass ich dies nicht tue, um sol­che Müt­ter zu ver­ur­tei­len oder zu beschul­di­gen. Ich möch­te den Kin­dern nar­ziss­ti­scher Eltern­tei­le hel­fen, die durch deren Ein­fluss ihr gan­zes Leben zu kämp­fen haben.

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Die zerstörerischen Muster eines Narzissten

1. Der Mit­tel­punkt des Uni­ver­sums
Wenn du mit dei­ner Mut­ter über dei­ne Pro­ble­me reden möch­test, dau­ert es nicht lan­ge, bis sie das Gespräch wie­der zurück auf sich selbst lenkt. Nar­ziss­ten sind kom­plett auf sich selbst fokus­siert. Sie inter­es­sie­ren sich nicht wirk­lich für ande­re Men­schen. Selbst für ihre eige­nen Kin­der kön­nen sie kein ech­tes, mensch­li­ches Inter­es­se zei­gen.

Wenn ein Nar­zisst dich ent­ge­gen sons­ti­ger Gewohn­heit fragt, wie es in dei­nem Leben läuft, dann meist nur, um die Kon­trol­le über dich zu behal­ten. Es geht ihm nicht dar­um, eine gute Bezie­hung zu dir auf­zu­bau­en, son­dern dar­um, sei­ne Macht­po­si­ti­on zu stär­ken. Jede Infor­ma­ti­on, die sie über dich bekom­men, kann eines Tages gegen dich ver­wen­det wer­den.

Ihre Pro­ble­me ver­die­nen dei­ne vol­le Auf­merk­sam­keit, wäh­rend dei­ne Pro­ble­me igno­riert und als nich­tig ein­ge­stuft wer­den. Wenn Nar­ziss­ten etwas für dich tun, erin­nern sie dich stän­dig an ihre Groß­zü­gig­keit und wer­den oft eine Situa­ti­on fin­den, in der sie es dir unter die Nase rei­ben wer­den.

2. Kei­ne Aner­ken­nung, Lie­be oder Lob
Egal, was man getan und erreicht hat, man wird von nar­ziss­ti­schen Müt­tern nie­mals Lob, Lie­be oder Aner­ken­nung erhal­ten.
Eine nar­ziss­ti­sche Mut­ter ver­gleicht ihr Kind oft mit ande­ren, die schein­bar bes­ser sind als es selbst.

3. Die gran­dio­se und per­fek­te Show
Die Außen­wir­kung und ‑dar­stel­lung einer nar­ziss­ti­schen Mut­ter muss per­fekt sein, auch wenn das auf Kos­ten ihrer Kin­der geht. Um als per­fek­te Mut­ter und Frau gese­hen zu wer­den, benutzt sie ihre Kin­der wie Werk­zeu­ge. Nar­ziss­ten sind süch­tig nach jeg­li­cher gear­te­ter Auf­merk­sam­keit. In der Gesell­schaft sind sie immer die Bes­ten, sie wis­sen und kön­nen alles am bes­ten und ande­re sind zweit­ran­gig. Es ist nicht unge­wöhn­lich, dass nar­ziss­ti­sche Eltern ihren Kin­dern Glau­ben­s­ät­ze ein­imp­fen, indem sie sagen: “Du darfst nicht mit ihm zusam­men sein, sei­ne Fami­lie ist schlecht. Wir sind doch bes­ser als sie.”

4. Mani­pu­la­ti­on und Lügen
Mani­pu­la­ti­on und Lügen sind die Haupt­waf­fen von Nar­ziss­ten und sie set­zen die­se gna­den­los, auch gegen ihre eige­nen Kin­dern ein.

Auf eine Bit­te oder einen Wunsch des Kin­des, wel­ches eine nar­ziss­ti­sche Mut­ter nicht will oder erfül­len kann, wird sie mit Sät­zen ant­wor­ten wie: “Ich habe dir alles gege­ben und ich habe alles für dich getan, wie kannst du so undank­bar sein? Wie kannst Du mir das antun?” Nar­ziss­ten spie­len immer auf die Gefühls­kar­te, weil sie wis­sen, dass du irgend­wann auf­ge­ben wirst. Es ist ein Spiel, das du nicht gewin­nen kannst. Am Ende wirst du genau das tun, was sie wol­len.

5. Der unend­li­che Wett­be­werb
Ein tod­si­che­res Anzei­chen dafür, dass es sich bei einer Mut­ter um eine Nar­zis­stin han­delt, ist, wenn sie immer um Schön­heit, Fähig­kei­ten oder Erfolg kon­kur­riert. Die­ses Ver­hal­ten ist extrem anders als bei nor­ma­len Müt­tern und zeigt das Aus­maß an, mit der eine nar­ziss­ti­sche Mut­ter maxi­ma­ler Scha­den in der See­le ihrer Kin­der anrich­ten kann. Die Angst, in einem Wett­be­werb mit dem Kind mög­li­cher­wei­se zu ver­lie­ren, führt dazu, dass eine nar­ziss­ti­sche Mut­ter das Kind stän­dig run­ter­macht. Um das Selbst­be­wusst­sein zu beschä­di­gen und die Ober­hand in der Bezie­hung zu behal­ten. Selbst bei mei­ner Part­ner­wahl zeig­te mei­ne Mut­ter kei­ne Gna­de. Sät­ze wie: „So fett, häss­lich und dumm wie Du bist, wird Dich kein Mann jemals hei­ra­ten!“.

6. Null Empa­thie
Eine nar­ziss­ti­sche Mut­ter liebt nur sich selbst und ver­nach­läs­sigt die see­li­schen Bedürf­nis­se ihres Kin­des. Sie sind so stark auf sich selbst fokus­siert, dass sie nicht sieht, wenn das Kind in der Schu­le gemobbt wird und lei­det. Die Gefüh­le ande­rer sind voll­kom­men unwich­tig, weil nur ihre Gefüh­le und Bedürf­nis­se im Vor­der­grund ste­hen. Nähe und Trost sind für die­se Müt­ter eben­so nicht vor­han­den, wie Zunei­gung und Lie­be.

7. Das ewi­ge Opfer
Eine nar­ziss­ti­sche Mut­ter wür­de nie­mals zuge­ben, dass sie etwas falsch gemacht hat. Immer sind alle ande­ren Schuld, nie sie selbst. Nar­ziss­ten kön­nen sich nicht ent­schul­di­gen, da sie so zuge­ben wür­den, nicht per­fekt zu sein. Sobald sie bemer­ken, dass man bei ihnen Feh­ler auf­zei­gen möch­te, ver­wei­gern oder ent­zie­hen sie sich sofort dem Gespräch.

Eine nar­ziss­ti­sche Mut­ter ist unglaub­lich nach­tra­gend. Falls du sie mal in Dei­ner Kind­heit ange­lo­gen hast, kann sie Dir dies noch immer im Erwach­se­nen­al­ter vor­wer­fen und dies als Grund nen­nen, war­um sie dir nicht trau­en kann. Die Wör­ter Gna­de, Ver­ge­bung oder Ver­ständ­nis sind ihr fremd.

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Ich habe alles gegeben – und doch verloren

Nach all den Jah­ren, in denen ich um die Lie­be, Auf­merk­sam­keit und Aner­ken­nung mei­ner Mut­ter gekämpft habe, muss­te ich doch erken­nen, dass ich den Kampf ver­lo­ren habe. Schlim­mer war nur, dass ich tat­säch­lich in mei­nem spä­te­ren Leben immer wie­der Nar­ziss­ten und Sozio­pa­then als Part­ner, Freun­de und Bekann­te in mein Leben zog. Glaubt mir, Nar­ziss­ten erken­nen ihre poten­ti­el­len Opfer von frü­he­ren Nar­ziss­ten.

Der Weg zurück zu mir selbst

Die Nar­ben und Ver­let­zun­gen mei­ner Mut­ter gin­gen soweit, dass ich Angst davor hat­te eige­ne Kin­der zu bekom­men, weil ich nie­mals so wer­den woll­te, wie mei­ne Mut­ter. So stand ich vor einem Scher­ben­hau­fen mei­ner See­le, mei­nes Selbst­ver­trau­ens, mei­nes Selbst­be­wusst­sein und mei­ner Selbst­lie­be. Mit Hil­fe von Psy­cho­the­ra­peu­ten, Freun­den und Part­nern fand ich schluss­end­lich wie­der ein Stück weit zu mir selbst. Mei­ne Bedürf­nis­se, Gefüh­le und Wün­sche wie­der zu erken­nen und mich selbst wie­der zu fin­den. Seid Euch sicher: Ich ler­ne heu­te noch.

Ich muss­te ler­nen mein inne­res Kind zu hei­len, um mich selbst zu hei­len. Ich kann die Ver­gan­gen­heit nicht ändern, die Nar­ben mei­ner See­le nicht unge­sche­hen machen, aber ich kann ler­nen zu leben und wie­der glück­lich zu sein. Dabei möch­te ich Euch hel­fen, wenn Ihr selbst betrof­fen seid. Ihr seid nicht allein und es gibt wun­der­ba­re The­ra­peu­ten und Orga­ni­sa­tio­nen, die Euch dabei hel­fen.

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Was Du tun kannst

Ich kann Euch im ers­ten Schritt nur fol­gen­de Tipps im Umgang mit Nar­ziss­ten geben:

1. Nar­ziss­mus ver­ste­hen
Mit der Hei­lung von Dir selbst und Dei­nem inne­ren Kind, wirst Du erken­nen, dass genau die­ses ver­letz­te Kind in Dei­ner Mut­ter wohnt. Es ist unglaub­lich schwer, für die Per­son eine Ent­schul­di­gung zu fin­den, die Dein Leben geprägt hat und Dir die­se unzäh­li­gen Nar­ben, Ver­let­zun­gen und Schmer­zen zuge­fügt hat. Aber wenn Du dir bewusst machen kannst, dass Dei­ne Mut­ter, ein sehr unsi­che­rer Mensch ist, der nie gelernt hat, was Lie­be bedeu­tet, dann fällt es Dir leich­ter ihr zu ver­ge­ben.

Ver­ge­ben bedeu­tet nicht, dass das in Ord­nung ist, was sie dir ange­tan hat, son­dern dass Du die­sen gro­ßen Platz des Schmer­zes, der Ver­let­zun­gen und Krän­kun­gen, die Du durch Dei­ne Mut­ter erfah­ren hast, in Dei­nem Her­zen und in Dei­ner See­le frei räumst. So kannst Du Dein Leben neu und vor allem frei gestal­ten und die­sen neu gewon­nen Platz mit Lie­be und schö­nen Din­gen fül­len. Infor­mie­re dich über das The­ma Nar­ziss­mus, lese in Büchern dar­über oder frag einen Exper­ten. Suche einen The­ra­peu­ten auf und las­se Dir hel­fen.

2. Sie wird sich nie­mals ändern!
Auch wenn Nar­ziss­mus behan­delt wer­den kann und es durch­aus The­ra­pien gibt, wird sich ein Nar­zisst nie um 180 Grad dre­hen und sich zu einer lie­be­vol­len und empa­thi­schen Mut­ter ent­wi­ckeln. Je frü­her du akzep­tierst, dass dei­ne Mut­ter sich nie ändern wird, des­to ein­fa­cher wird es für dich sein, dei­nen eige­nen Weg zu gehen.

3. Lebe und akzep­tie­re dei­ne Gefüh­le
Als Kind hast du wahr­schein­lich gelernt oder wur­dest dar­auf kon­di­tio­niert, dei­ne Gefüh­le und Bedürf­nis­se zu unter­drü­cken oder zu igno­rie­ren. Viel­leicht ist das Wich­tigs­te, was du für dich selbst tun musst, dich wie­der mit dei­nen Gefüh­len und Bedürf­nis­sen anzu­freun­den. Sie sind und waren schon immer da. Ler­ne Dich selbst und Dei­ne Emp­fin­dun­gen neu kennen.Erlaube Dir zu füh­len, zu wei­nen, zu lachen. Ja, auch zu schrei­en und wütend zu sein, dass alles bist Du, gehört zu Dir und Du darfst füh­len.

4. Set­ze kla­re Gren­zen
Am liebs­ten wür­den wir zu einer nar­ziss­ti­schen Mut­ter jeden Kon­takt abbre­chen und sie für immer aus unse­rem Leben ver­ban­nen, aber so ein­fach ist es lei­der doch nicht. Schließ­lich liebt man sei­ne Mut­ter, man fühlt sich ver­pflich­tet, egal wie sie zu einem war. Die Gesell­schaft und Dein Umfeld zwin­gen Dich förm­lich dazu und dem zu ent­sa­gen, ist für vie­le von uns unmög­lich.

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Bleib ihr gegen­über emo­ti­ons­los, egal wel­che Tricks sie bei Dir anwen­det. Auch wenn Sie Dich bis aufs Blut reizt und Dich mit allen Metho­den ver­sucht zu trig­gern, zei­ge kei­ne Wut, kei­nen Ärger, kei­nen Schmerz, kei­ne Trau­rig­keit.

Bie­te ihr kei­ne Angriffs­flä­che und gib ihr mög­lichst ober­fläch­li­che Infor­ma­tio­nen, was gera­de in Dei­nem Leben vor­geht.

Sei ein kal­ter, grau­er, emo­ti­ons­lo­ser und lang­wei­li­ger Stein. Denn Nar­ziss­ten lie­ben emo­tio­na­le Dra­men, damit sie sich an Dei­nem Leid und an Dei­nem Schmerz ergöt­zen kön­nen. Ent­ziehst Du dem Nar­ziss­ten die Nah­rung, wirst Du auf Dau­er unin­ter­es­sant und lang­wei­lig. Je emo­ti­ons­lo­ser Du wirst, des­to eher las­sen sie Dich in Ruhe.

Du bist nicht allein

Du fragst Dich, wie Du das in der Pra­xis umset­zen sollst?

  • Hal­te jedes Gespräch und jeden Kon­takt so kurz und knapp wie möglich.Wenn du nicht mit ihr reden musst, dann tue es auch nicht.
  • Mei­de so gut es geht ihre Nähe, setz dich bei einer Fami­li­en­fei­er in eine ande­re Ecke als sie und ver­mei­de jeg­li­chen Kon­takt.
  • Tue es unauf­fäl­lig, ansons­ten wird sie dies benut­zen, um dich anzu­grei­fen.
  • Wenn sie dich fragt, wie es dir geht, lau­tet dei­ne Ant­wort immer: „Mir geht‚s gut, dan­ke.“
  • Wenn sie dich fragt was du ges­tern gemacht hast, dann ant­wor­test du so ober­fläch­lich wie mög­lich: „Ich habe gear­bei­tet und war nach Fei­er­abend ein­kau­fen.“ Sprich mit ihr nur über ober­fläch­li­che Din­ge wie das Wet­ter.
  • Rede nicht über dein pri­va­tes oder beruf­li­ches Leben, egal was du gera­de durch­machst. Sie wird ver­su­chen dich mit jeder Infor­ma­ti­on, die du ihr gibst, zu ver­let­zen und zu mani­pu­lie­ren.
  • Lass dich auch auf kei­ner­lei Dis­kus­sio­nen, Debat­ten oder Strei­tig­kei­ten mit ihr ein. Lass dich nicht von ihr auf etwas fest­na­geln.
  • Wenn sie dich nach dei­ner Mei­nung fragt, ant­wor­te mög­lichst vage mit „Ich wer­de dar­über nach­den­ken“, „Das kann ich im Moment gar nicht sagen.“ oder „Mal sehen.“.
  • Stell ihr kei­ne Fra­gen zu ihrem Leben, denn das ist genau die Art von Auf­merk­sam­keit, die sie sich von dir wünscht und wonach sie giert.
  • Zei­ge kei­ne Emo­tio­nen! Rede nicht über die Ver­gan­gen­heit.
  • Falls sie Dir Vor­wür­fe macht oder Dich wegen irgend­et­was beschul­digt, ant­wor­te ein­fach: „Ja, das kann sein“ oder „Ich hat­te sicher­lich mei­nen Anteil dar­an.„
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Am Ende zählt: Deine Heilung

Ich weiss, das klingt alles ganz schön hart. Aber Du schaffst das!

Bleib bei Dir, Dei­nen Gefüh­len, Dei­nem Leben und allem, was Dich glück­lich macht. Scheue nicht, Dir Hil­fe zu suchen.

In jeder grö­ße­ren Stadt gibt es Bera­tungs­stel­len und The­ra­peu­ten, die Dir hel­fen. Du bist nicht allein!

Du verdienst Liebe!

Ich wün­sche Dir alles Glück und Lie­be der Welt auf Dei­nem Weg.

Du hast es ver­dient, glück­lich zu sein und bedin­gungs­los geliebt zu wer­den. Auch wenn nicht von Dei­ner eige­nen Mut­ter – dann zumin­dest von Men­schen, die Dich lie­ben und denen Du wich­tig bist.

Aber vor allem lie­be Dich selbst, denn Du bist es wert!

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„Du hast überlebt, was dich beinahe zerbrochen hätte. Du brauchst niemandem zu beweisen, wie stark du bist – du bist der Beweis.“

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