Wenn die Liebe geht – und bleibt | Bereitschaftspflege Teil 04

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Wenn die Liebe geht – und bleibt

Wie man ein Kind auf Zeit liebt und wieder gehen lässt

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Bereitschaftspflege Teil 04 | Der Abschied

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„Ich fin­de es so toll, dass ihr das tut – aber ich könn­te das nicht. Ein Kind auf­neh­men, ihm Lie­be schen­ken und es dann wie­der abge­ben.“

Es ist der Satz, den wir am aller­häu­figs­ten hören. Ein Satz vol­ler Respekt, aber auch vol­ler Furcht. Wenn Men­schen erfah­ren, dass wir Babys und Klein­kin­der in aku­ter Not bei uns auf­neh­men, sie hegen, lie­ben, durch die Näch­te beglei­ten und sie irgend­wann wie­der in ande­re Hän­de über­ge­ben, schüt­teln sie oft den Kopf. Das bricht einem doch das Herz, heißt es dann.

Ja, es bricht einem das Herz.

Wir haben ein paar Wochen gebraucht, um die rich­ti­gen Wor­te zu fin­den. Luca ist aus­ge­zo­gen. Zum Schutz sei­ner Pri­vat­sphä­re nen­nen wir ihn hier so; wir ver­öf­fent­li­chen gene­rell kei­ne ech­ten Namen und kei­ne Fotos der Kin­der, son­dern aus­schließ­lich Bei­spiel­fo­tos. Er lebt jetzt in einer fami­li­en­na­hen Ein­rich­tung.

Unser Haus ist wie­der still. Leer. Und doch zum Bers­ten voll mit Erin­ne­run­gen.

Wer unse­ren Weg nach­le­sen möch­te: In Teil 01 | Die Bewer­bung erzäh­len wir von unse­rem Ent­schluss. Teil 02 | Die Ankunft der Kin­der zeigt den Tag, an dem die Geschwis­ter Luca und Ella bei uns ein­zo­gen. In Teil 03 | Der All­tag mit den Kin­dern bli­cken wir auf den Aus­zug von Ella nach 11 Tagen und geben Ein­blick in unse­re gemein­sa­me Zeit mit Luca. Alle Berich­te fin­det Ihr gesam­melt auf unse­rer The­men­sei­te zur Bereit­schafts­pfle­ge.

Doch in die­sem Kapi­tel geht es um das, was am Ende bleibt, wenn die Haus­tür zufällt: um das Abschied­neh­men.

Der Anruf, der alles veränderte

Es war alles per­fekt vor­be­rei­tet. Luca hat­te sei­nen Kin­der­gar­ten­platz sicher und hat­te sich bei sei­ner Tages­mut­ter auf eine so herz­er­wär­men­de und wun­der­ba­re Wei­se ein­ge­wöhnt, dass unser Herz jedes Mal auf­ge­gan­gen ist. Er war im Ankom­men. Er war im Leben ange­kom­men – und wir mit ihm.

Jeder Hand­griff saß, jeder Tag hat­te sei­ne ver­trau­te Struk­tur, und wir glaub­ten, den Rhyth­mus unse­res neu­en Lebens gefun­den zu haben.

Und dann kam die­ser eine Anruf.

Die Nach­richt traf uns wie ein Keu­len­schlag. Das Gericht hat­te ent­schie­den: Luca soll­te – eben­so wie zuvor sei­ne Geschwis­ter – in einer Ein­rich­tung unter­ge­bracht wer­den. In die­sem ers­ten Bruch­teil einer Sekun­de hielt die Welt an. Es hat uns den Boden unter den Füßen weg­ge­zo­gen. Die Luft schien zu sto­cken, und die Fra­gen pras­sel­ten auf uns ein: War­um? Hät­ten wir noch mehr tun kön­nen? Wie soll er das ver­ste­hen?

Der Abschied bei der Tagesmutter

Wir wein­ten bei­de nach die­sem Tele­fo­nat. Die Trä­nen lie­fen, der Schmerz saß tief, aber wir muss­ten uns sofort zusam­men­rei­ßen. Wir muss­ten funk­tio­nie­ren, denn wir muss­ten Luca direkt im Anschluss von sei­ner Tages­mut­ter abho­len. Es war sein aller­letz­ter Tag vor den Som­mer­fe­ri­en.

Wir muss­ten auch die Tages­mut­ter vor­her anru­fen und ihr die Nach­richt über­brin­gen, dass Luca nach den Feri­en nicht mehr zu ihr zurück­keh­ren wür­de. Wir hör­ten am Tele­fon, wie ihre Stim­me brach. Wir woll­ten ihr Zeit geben, sich von Luca zu ver­ab­schie­den, und auch den ande­ren Kin­dern die Mög­lich­keit geben, los­zu­las­sen.

Wir atme­ten tief durch, wisch­ten uns die Trä­nen aus dem Gesicht und hol­ten ihn ab. Als wir anka­men, waren die Augen der Tages­mut­ter gerö­tet. Und trotz­dem hat­te sie sich die Kraft genom­men, ihm etwas Wun­der­vol­les zu bas­teln: ein Abschieds­bild mit den bun­ten Hand­ab­drü­cken aller Kin­der der Grup­pe. Ein Stück Erin­ne­rung für unse­ren klei­nen Schatz.

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Ein seltener Blick hinter die Kulissen

Weil zwi­schen uns und Luca eine so tie­fe, beson­de­re Bin­dung gewach­sen war, pas­sier­te etwas, das im Sys­tem der Jugend­hil­fe abso­lut unüb­lich ist. Das Jugend­amt Kiel brach­te uns eine außer­ge­wöhn­li­che Wert­schät­zung für unse­re Arbeit ent­ge­gen: Sie erlaub­ten uns, die fami­li­en­na­he und trau­ma­the­ra­peu­ti­sche Ein­rich­tung vor­ab anzu­se­hen.

Wir durf­ten dort­hin fah­ren und lern­ten die Lei­te­rin der Ein­rich­tung per­sön­lich ken­nen. Eine Frau mit einem gro­ßen Her­zen, die sich sofort lie­be­voll, zuge­wandt und unglaub­lich ver­ständ­nis­voll um Luca küm­mer­te. Um uns den Schmerz des Abschieds so leicht wie mög­lich zu machen, bot sie sogar an, Luca direkt bei uns zu Hau­se abzu­ho­len.

Wenn kleine Kinderseelen spüren

Die Tage nach dem Anruf waren ein emo­tio­na­ler Aus­nah­me­zu­stand. Luca spür­te unse­ren Schmerz. Kin­der haben dafür feins­te Anten­nen. Sein Ver­hal­ten ver­än­der­te sich schlag­ar­tig: Er klam­mer­te sich viel häu­fi­ger an uns, such­te stän­dig unse­re Nähe. Immer wie­der klet­ter­te er auf unse­ren Schoß, leg­te sei­nen Kopf ganz fest an unse­re Brust und hielt sich an uns fest, als gäbe es kein Mor­gen mehr.

Wir kuschel­ten in die­sen Tagen unend­lich viel, rede­ten mit ihm, auch wenn er die Trag­wei­te mit sei­nen klei­nen Jah­ren natür­lich noch gar nicht rich­tig grei­fen konn­te. Er spür­te nur die Ver­än­de­rung in der Luft. Er durch­leb­te ein Wech­sel­bad der Gefüh­le – er wur­de wei­ner­li­cher, schlief unru­hi­ger, und es schien, als wür­de er jede Sekun­de etwas ahnen.

Und wir? Wir ver­such­ten krampf­haft, stark zu sein. Wir schluck­ten die Trä­nen her­un­ter und pack­ten sei­ne Sachen heim­lich, wäh­rend er schlief, um ihn nicht zu ver­un­si­chern. Jedes ein­ge­pack­te Klei­dungs­stück fühl­te sich an wie ein Stich ins Herz.

Der Tag, an dem die Haustür zufiel

Dann war er da. Der Tag, vor dem wir uns so gefürch­tet hat­ten.

Es klin­gel­te an unse­rer Haus­tür. Mit einem lie­be­vol­len, unend­lich ver­ständ­nis­vol­len Blick trat die Lei­te­rin der Ein­rich­tung ein. Wäh­rend Luca noch ein­mal sein Spiel­zeug zusam­men­such­te, tru­gen wir heim­lich sein Gepäck nach drau­ßen und luden es ins Auto.

Dann kam die­ser Augen­blick. Der Abschied.

Er brach jam­mernd in unse­rer Umar­mung zusam­men. Wir hoben ihn hoch, jeder nahm ihn in den Arm und wir küss­ten ihn. Schließ­lich ging er an ihrer Hand zum Auto.

Wir schlos­sen die Haus­tür hin­ter ihnen. Die Stil­le im Flur schlug zu wie eine Faust. Wir haben uns in die Arme genom­men, und die Trä­nen lie­fen.

Aber wir wären kei­ne guten Men­schen – und erst recht kei­ne guten Bereit­schafts­pfle­ge­el­tern –, wenn die­ser Moment uns nicht das Herz zer­ris­sen hät­te.

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Die Stille danach und das, was bleibt

Die Stil­le im Haus war schmerz­haft. Sie schmerz­te in jeder Faser, füll­te die Flu­re und lag schwer auf unse­ren Schul­tern. Doch in die­sem Schmerz tru­gen uns die Wor­te einer lie­ben Freun­din, die uns ein­mal etwas Wun­der­vol­les sag­te: „Eine Kin­der­see­le wird nie ver­ges­sen – und euch auch nicht.“

Wenn wir nun zurück­bli­cken, sehen wir zwei Gesich­ter. Wir erin­nern uns an den Luca, der in jenen ers­ten Wochen zu uns kam:

  • Der Jun­ge, der bei der ers­ten Fahrt zu uns nach Hau­se apa­thisch, sab­bernd und vor Angst zit­ternd in sei­nem Kin­der­sitz saß, ohne ein ein­zi­ges Wort zu sagen.
  • Der Jun­ge, der am ers­ten Abend beim Abend­essen fünf Chi­cken Nug­gets gleich­zei­tig in sei­nen Mund stopf­te, bis er kei­ne Luft mehr bekam, weil er aus tiefs­ter Not Angst hat­te, dass ihm jemand das Essen weg­neh­men könn­te.
  • Der Jun­ge, der sich wei­nend auf den Boden warf, weil er in sei­ner Sprach­lo­sig­keit nicht wuss­te, wie er uns sagen soll­te, dass er gera­de Hun­ger oder Durst hat.
  • Der Jun­ge, der in den ers­ten Tagen jedes Mal panisch die Hän­de vors Gesicht riss, wenn ihm ein Miss­ge­schick pas­sier­te und er kle­cker­te – aus rei­ner Angst vor Schlä­gen.
  • Der Jun­ge, der bei jeder schnel­len Bewe­gung oder lau­te­rem Wort zusam­men­zuck­te.
  • Der Jun­ge, der sich schrei­end an uns klam­mer­te, sobald er etwas Frem­des oder Unbe­kann­tes sah.
  • Und der Jun­ge, der anfangs pani­sche Angst vor Hun­den und Kat­zen hat­te.
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Vom Schatten zum Licht

Aber die­ser Schmerz weicht sofort, wenn wir uns an den ande­ren Luca erin­nern. An das Leben, das in unser Haus ein­ge­zo­gen ist:

  • Den Jun­gen, der mit aus­ge­brei­te­ten Armen lachend durch unser Haus rann­te, weil er sich zum ers­ten Mal in sei­nem Leben völ­lig frei bewe­gen durf­te.
  • Den Jun­gen, der jauch­zend durch unse­ren Gar­ten flitz­te, weil er in der Natur sein und end­lich unbe­schwert Kind sein durf­te.
  • An den Jun­gen, der an jedem ein­zel­nen Tag wort­los auf unse­ren Schoß klet­ter­te, sei­nen klei­nen Kopf an unse­re Brust leg­te und sich ganz fest an uns schmieg­te.
  • An den Jun­gen, der herz­er­wär­mend lach­te und kicher­te, wenn wir ihm etwas vor­san­gen.
  • An den Jun­gen, der Tie­re, Far­ben, Buch­sta­ben und Zah­len ganz spie­le­risch zwei­spra­chig benen­nen konn­te.
  • An den Jun­gen, der vom ers­ten Abend an abends auf der Couch vor dem Schla­fen­ge­hen mit uns kuschel­te und den kör­per­li­chen Kon­takt such­te – so nah, dass kein Blatt Papier mehr dazwi­schen pass­te.
  • Den Jun­gen, der von Anfang an sei­nen eige­nen klei­nen Kopf hat­te und für den wir – egal wie oft wir unse­re Vor­na­men sag­ten – immer Mama und Papa waren. Auch nach den Umgangs­ter­mi­nen mit sei­ner Her­kunfts­fa­mi­lie war es ihm völ­lig egal, was ande­re sag­ten: Wir waren sei­ne Mama und sein Papa.
  • An sein lei­ses „Gute Nacht, Mama“ und sein strah­len­des „Guten Mor­gen, Papa“.
  • An den Jun­gen, der in jedem Super­markt zum abso­lu­ten Lieb­ling wur­de, weil er alle Men­schen mit einem fröh­li­chen und offe­nen „Moin!“ begrüß­te.
  • An sein jauch­zen­des „Lecker!“ und sei­nen Dau­men nach oben.
  • An sei­nen aller­ers­ten Satz: „Das hast du super gemacht!“
  • An sein lei­ses, lie­be­vol­les, herz­er­wär­men­des „Dan­ke“, wenn jemand etwas für ihn tat – und sei es noch so unbe­deu­tend gewe­sen.
  • An den Moment, als er zum ers­ten Mal ganz stolz selbst sei­ne Socken und Schu­he anzog und vor Stolz fast zu plat­zen schien.
  • An den Jun­gen, der lern­te, mit Gabel und Löf­fel zu essen, und uns damit jeden Tag aufs Neue zeig­te, wie gigan­tisch groß klei­ne Schrit­te sein kön­nen.
  • An den Jun­gen, der mit dem Hund sei­ner Tages­mut­ter rauf­te, auf ihn klet­ter­te und fröh­lich mit ihm spiel­te.
  • Und an den Jun­gen, der unse­re Kat­zen lie­be­voll strei­chel­te und sie beim Lesen von Büchern so nah an sich zog, dass es pure Haut auf Fell war.

Das alles ist unser Ver­dienst. Das haben wir gemein­sam geschafft. Nie­mand auf der Welt kann ihm das neh­men – und uns auch nicht.

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Was diese Zeit mit uns als Paar gemacht hat

Aber nicht nur wir haben Luca so unend­lich vie­le Din­ge bei­gebracht, sein Leben siche­rer und bun­ter gemacht – son­dern auch er hat uns vie­les gelehrt.

Wir sind als Paar an die­ser gewal­ti­gen Auf­ga­be gewach­sen. In die­sen inten­si­ven Mona­ten haben wir gelernt, noch bes­ser, ehr­li­cher und offe­ner mit­ein­an­der zu reden. Wir haben gelernt, gemein­sam kla­re Gren­zen zu set­zen, an einem Strang zu zie­hen und uns blind auf­ein­an­der abzu­stim­men.

Wir haben gelernt, auf­ein­an­der zu ach­ten. Jeder von uns spürt mitt­ler­wei­le genau, wann beim ande­ren die Kräf­te schwin­den und die eige­nen Gren­zen erreicht sind, sodass der Part­ner sofort die Situa­ti­on über­neh­men kann, ohne dass vie­le Wor­te nötig sind.

Wir sind als Paar stär­ker gewor­den, und unse­re Lie­be sowie unse­re tie­fen Gefüh­le für­ein­an­der sind durch die­ses gemein­sa­me, geteil­te Ver­ständ­nis noch enger zusam­men­ge­wach­sen. Wir haben vie­le neue Facet­ten und Sei­ten an uns und an unse­rem Part­ner ent­deckt und ken­nen­ge­lernt.

Die Spuren, die wir hinterlassen

Bereit­schafts­pfle­ge bedeu­tet in ers­ter Linie, einem Kind in aku­ter Not ein siche­res, schüt­zen­des und lie­be­vol­les Zuhau­se zu schen­ken. Doch für uns ist es im Nach­hin­ein so viel mehr als das. Wir, als Bereit­schafts­pfle­ge­el­tern, sind die­je­ni­gen, die die­sem klei­nen Men­schen zum ers­ten Mal in sei­nem Leben gezeigt haben, dass die­se Welt nicht nur dun­kel und schlecht ist.

Wir durf­ten ihm bewei­sen, dass die Welt nicht aus Angst und Schlä­gen, aus Schrei­en, Gewalt und Hun­ger besteht – und nicht aus den Schat­ten von Trä­nen, Alko­hol, Dro­gen und Ver­nach­läs­si­gung. Wir sind die­je­ni­gen, die Luca gezeigt haben, wie schön die­ses Leben sein kann. Dass er end­lich ein­fach nur Kind sein darf – unbe­schwert, sicher und frei. Dass es Men­schen gibt, die ihn bedin­gungs­los anneh­men.

In die­ser Zeit bei uns hat er so vie­le wun­der­ba­re Facet­ten des Lebens ken­nen­ge­lernt: sei­ne unglaub­lich warm­her­zi­ge Tages­mut­ter, Men­schen aus unse­rem Umfeld, lie­be­vol­le Freun­de, ver­ständ­nis­vol­le Ärz­te und The­ra­peu­ten. Er durf­te Tie­re erle­ben, spie­len, toben, durch den Gar­ten ren­nen und sich frei ent­fal­ten. Er hat zum ers­ten Mal in sei­nem Leben erfah­ren, dass Lie­be nicht an Bedin­gun­gen geknüpft ist, son­dern dass er ein­fach er selbst sein darf, um von Her­zen geliebt zu wer­den. Und die­se tie­fe Dank­bar­keit und Erleich­te­rung hat er uns an jedem ein­zel­nen Tag gespie­gelt.

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Wenn aus Liebe ein Ruf wird

Genau das ist es, was die Bereit­schafts­pfle­ge so unend­lich wert­voll, aber auch so bedeut­sam macht. Jeder Land­kreis und jede Stadt in Schles­wig-Hol­stein – auch die Lan­des­haupt­stadt Kiel – suchen hän­de­rin­gend nach Men­schen, die ihr Herz und ihre Türen öff­nen.

Es wer­den immer wie­der Fami­li­en gesucht, die Kin­dern in dun­kels­ten Momen­ten einen siche­ren Hafen bie­ten. Wenn Ihr die­sen Bericht lest und Euch auch nur im ent­fern­tes­ten Sin­ne vor­stel­len könnt, einem Kind auf Zeit – oder auch dau­er­haft – ein Zuhau­se und Euer Herz zu schen­ken: Traut Euch. Infor­miert Euch beim Jugend­amt oder den zustän­di­gen Stel­len, sprecht mit Fach­leu­ten und geht den ers­ten Schritt.

Man kann im Leben kaum etwas Sin­ni­ge­res tun, als einem Kind die Chan­ce auf eine unbe­schwer­te Zukunft zu geben. Auch wenn der Abschied am Ende schmerzt – die­se Lie­be ist jeden ver­wein­ten Trop­fen wert.

Ein wichtiger Tipp: Keine falschen Hoffnungen

Wer den Weg der Bereit­schafts­pfle­ge geht, soll­te eines im Her­zen behal­ten: Macht euch kei­ne fal­schen Hoff­nun­gen, solan­ge das Jugend­amt nicht von sich aus das The­ma Dau­er­pfle­ge anspricht.

Oft fra­gen Vor­mün­der, Ver­fah­rens­bei­stän­de oder ande­re Betei­lig­te bei­läu­fig, ob man sich das Kind dau­er­haft vor­stel­len könn­te – ein Satz, der schnell Träu­me weckt. Doch die Ent­schei­dung trifft allein das Jugend­amt und das Gericht. Schützt euer Herz vor ver­früh­ten Erwar­tun­gen und lasst euch nicht unbe­merkt den Gedan­ken ein­pflan­zen, es könn­te für immer sein. Wenn ihr offen für eine Dau­er­pfle­ge seid, sucht das direk­te Gespräch mit dem Jugend­amt.
Ein Dan­ke­schön

Wir wer­den Luca immer in unse­rem Her­zen tra­gen. Er war unser aller­ers­tes Bereit­schafts­pfle­ge­kind. Viel­leicht liest er irgend­wann die­sen Arti­kel, wenn er älter und erwach­sen ist, und erkennt sich in die­sen Zei­len wie­der. Er soll wis­sen:

„Du bleibst für immer in unse­ren Her­zen und wur­dest von uns bedin­gungs­los geliebt.“

An die­ser Stel­le möch­ten wir uns von gan­zem Her­zen bei all den wun­der­ba­ren Men­schen bedan­ken, die die­sen emo­tio­na­len Weg so treu mit uns gegan­gen sind: Bei den Mit­ar­bei­tern des Jugend­am­tes und dem Inob­hut­nah­me-Team der Lan­des­haupt­stadt Kiel, dem Vor­mund, den Ärz­ten und The­ra­peu­ten, unse­ren befreun­de­ten Pfle­ge­el­tern und Tages­müt­tern für die wert­vol­len Tipps, bei Lucas lie­be­vol­ler Tages­mut­ter sowie natür­lich bei unse­ren Freun­den und unse­rer Redak­ti­on.

Ihr alle habt uns in die­ser inten­si­ven, oft auf­wüh­len­den Zeit mit Luca so unend­lich rück­halt­los unter­stützt, mit­ge­fühlt und getra­gen.

Ein ganz beson­de­rer Dank gilt zudem den Unter­neh­men, die in einer Zeit, in der Pfle­ge­el­tern oft unsicht­bar blei­ben, ohne Zögern an unse­rer Sei­te stan­den und ein ech­tes Zei­chen der Mensch­lich­keit gesetzt haben (sie­he Bild rechts).

Zuletzt möch­ten wir uns bei Euch bedan­ken, lie­be Leser und Fans, für Eure unzäh­li­gen Nach­rich­ten, Euer Mut­ma­chen, Eure Moti­va­ti­on und Eure lie­be­vol­le Neu­gier­de. Wir wis­sen, wie sehr sich vie­le von Euch regel­mä­ßi­ge Pos­tings auf Social Media gewünscht hät­ten, um ganz haut­nah dabei zu sein – das hat uns unglaub­lich berührt. Auch wenn uns die schüt­zen­den Gren­zen des Daten­schut­zes und die­se inten­si­ve Zeit dies­mal kei­nen Raum für täg­li­che oder wöchent­li­che Updates gelas­sen haben und es bei die­sen vier Berich­ten blieb: Beim nächs­ten Mal las­sen wir Euch im Rah­men unse­rer Mög­lich­kei­ten noch näher teil­ha­ben – ver­spro­chen.

Ein Alltag beginnt…

Jetzt schlie­ßen wir die­ses Kapi­tel „Luca und Ella“, aber nicht das Kapi­tel der Bereit­schafts­pfle­ge.

Alle bis­he­ri­gen und zukünf­ti­gen Berich­te fin­det Ihr wie gewohnt gesam­melt auf unse­rer The­men­sei­te zur Bereit­schafts­pfle­ge.

Sobald sich die Türen für die nächs­ten Kin­der wie­der öff­nen, wer­den wir Euch hier wie­der mit­neh­men und wei­ter­be­rich­ten.

Bleib bei uns. Fol­ge uns auf Insta­gram, Face­book und in unse­rer Face­book-Com­mu­ni­ty, um nichts zu ver­pas­sen.

Wir neh­men Dich mit – ehr­lich, nah und mit­ten ins Herz der Bereit­schafts­pfle­ge.

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„Ihr habt Pflegekinder und Pflegeeltern sichtbar gemacht – als andere weggesehen haben.“

Ein Dank, der mehr bedeutet als Worte

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In einer Zeit, in der Pfle­ge­el­tern und Pfle­ge­kin­der oft unsicht­bar blei­ben, habt Ihr ein star­kes Zei­chen gesetzt. Ihr wart die Ers­ten, die ohne Zögern an unse­rer Sei­te stan­den – nicht aus Pflicht, nicht aus Wer­bung, son­dern aus ech­ter Mensch­lich­keit.

Euer Han­deln ist mehr als Unter­stüt­zung. Es ist ein kla­res sozia­les State­ment:

Pflegekinder und Pflegeeltern gehören gesehen, gewürdigt und getragen.

Ihr habt gezeigt, dass gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung nicht nur ein Wort ist, son­dern eine Hal­tung.
Dafür emp­fin­den wir tie­fen Respekt und unend­li­che Dank­bar­keit.

Von Herzen: Danke.

(alphabetisch sortiert)

In unse­rer Berichts­rei­he wer­den noch wei­te­re Unter­neh­men vor­ge­stellt, die uns unter­stützt haben. Doch in unse­rer Anfangs­pha­se waren die­se Unter­neh­men die Ers­ten, die ohne Zögern an unse­rer Sei­te stan­den – und genau das wer­den wir nie­mals ver­ges­sen. Des­halb gilt die­ser ers­te, ganz beson­de­re Dank ihnen.

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Man hält ein Kind nur für eine kurze Zeit an der Hand,
aber für immer im Herzen.

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