Männer, Töpfe & große Gefühle

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Rezepte NORDISCHLIFESTYLE 012026

Männer, Töpfe & große Gefühle

Locke, Sascha und arno kochen mit Herz

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In die­ser Aus­ga­be über­neh­men die Män­ner unse­rer Redak­ti­on den Herd – und mit ihnen kom­men Rezep­te auf den Tisch, die sonst tief in Fami­li­en­ge­schich­ten ver­bor­gen lie­gen. Arno, Sascha und Locke holen Gerich­te her­vor, die nach Sonn­ta­gen, nach „Nimm dir noch etwas“ und nach „Weißt du noch…?“ schme­cken.

Boden­stän­dig, kraft­voll und ehr­lich kochen sie sich durch ihre Erin­ne­run­gen:
Arno mit sei­nem nor­disch geer­de­ten Wohl­fühl­ge­richt, Sascha mit einem Ein­topf, der lei­se von Wär­me und Gebor­gen­heit erzählt, und Locke mit einem Chi­li, das längst Legen­den­sta­tus in der Fami­lie hat. Am Ende geht es nicht nur um das, was im Topf lan­det, son­dern um das, was bleibt, wenn die Tel­ler leer sind: das Gefühl, ein Stück Her­kunft und Herz geteilt zu haben.

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Kochen mit Locke

Feuer aus der Familienküche

Ein Chili, das mit jedem Jahr besser wird

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Es gibt Gerich­te, die einen ein Leben lang beglei­ten. Die­ses Chi­li gehört für mich dazu. Seit Jah­ren fei­le ich dar­an, pro­bie­re Nuan­cen aus und mache es jedes Mal ein wenig bes­ser. In mei­ner Fami­lie bin ich inzwi­schen dafür bekannt – viel­leicht, weil es nicht nur scharf ist, son­dern nach Zuhau­se schmeckt und Men­schen an einen Tisch bringt.

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Chili con Carne

Kräftig, würzig und unverkennbar
Vor­be­rei­tungs­zeit: 30 Min.
Koch­zeit: ca. 60 Min.

Zuta­ten für 4 Per­so­nen

  • 1 TL Chi­li­flo­cken (leicht gehäuft)

  • 0,5 TL Zucker

  • 0,5 TL Cayenne­pfef­fer

  • 1 TL Papri­ka edel­süß (leicht gehäuft)

  • 1 TL Papri­ka rosen­scharf (leicht gehäuft)

  • 1 TL Kreuz­küm­mel (leicht gehäuft)

  • 1 Stück Zimt­stan­ge

  • 3 TL Toma­ten­mark

  • 0,5 TL schwar­zer Pfef­fer

  • 0,5 TL Salz

  • 1,5 Stück rote Papri­ka, gewür­felt

  • 2 Stück gro­ße wei­ße Zwie­beln, gewür­felt

  • 2 gro­ße Zehen fri­scher Knob­lauch, sehr fein geschnit­ten

  • 1 gro­ße Karot­te

  • 1 Glas Rin­der­fond

  • 20 g But­ter

  • 750 g Rin­der­hack

  • 300 g Mais

  • 800 g Kid­ney­boh­nen

  • 400 g pas­sier­te Toma­ten

  • 400 g Toma­ten­stü­cke

Zube­rei­tung

  • Chi­li­flo­cken vor­be­rei­ten

    • Chi­li­flo­cken in etwas Was­ser ein­wei­chen

    • Bei­sei­te­stel­len

  • Hack­fleisch anbra­ten

    • Hälf­te des Hack­fleischs mit But­ter bei mitt­le­rer Hit­ze lang­sam anbra­ten

    • Gold­brau­ne Röst­aro­men ent­ste­hen las­sen

    • Mit etwas Fond das Anbren­nen ver­hin­dern

    • Mit Fond ablö­schen und Pfan­nen­satz lösen

  • Zwie­beln, Knob­lauch und rest­li­ches Hack dazu­ge­ben

    • Zwie­beln und Knob­lauch hin­zu­fü­gen

    • Rest­li­ches Hack­fleisch dazu­ge­ben

    • Alles kräf­tig anbra­ten, nicht zu fein zer­klei­nern

  • Mit Fond ablö­schen

    • Mit dem rest­li­chen Rin­der­fond ablö­schen

  • Zuta­ten hin­zu­fü­gen

    • Alle rest­li­chen Zuta­ten außer Zucker in den Topf geben

    • Gut ver­rüh­ren

  • Köcheln las­sen

    • Ca. 60 Minu­ten sanft köcheln las­sen

    • Bei Bedarf etwas Was­ser nach­gie­ßen

    • Wenn zu sau­er: mit max. 0,5 TL Zucker aus­glei­chen

  • Zimt ent­fer­nen

    • Nach spä­tes­tens 60 Minu­ten die Zimt­stan­ge her­aus­neh­men

  • Ser­vier­tipp

    • Chi­li ein paar Minu­ten ruhen las­sen

    • Dazu pas­sen Reis, knusp­ri­ges Brot oder Crè­me fraîche

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Manchmal ist es die Schärfe eines Gerichts, die uns daran erinnert,
wie lebendig Zuhause schmecken kann.

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Kochen mit Sascha

Vergessenes Wintergericht

Die Rückkehr eines fast verlorenen Klassikers

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Ein kuli­na­ri­scher Aus­flug in den Süd­wes­ten und die Mit­te Deutsch­lands

Es ist ein Gericht, das den Namen „Hopp-in-de-Pott“ oder schlicht „Ein­ge­mach­tes Kalb­fleisch“ (auch als „Wei­ßes Ragout“ bekannt) trägt.

In einer Zeit, in der „Fri­ka­ssee“ oft nur noch aus der Tief­kühl­tru­he kommt, ist die­ses ech­te, tra­di­tio­nel­le Ragout fast von den Spei­se­kar­ten ver­schwun­den. Dabei ist es die Krö­nung der win­ter­li­chen Sonn­tags­kü­che.

Die wei­ße Per­le der Win­ter­kü­che: Ein­ge­mach­tes Kalb­fleisch

Fest­lich­keit in den kal­ten Mona­ten
Wäh­rend die Rum­ford­sup­pe für ein­fa­che Stär­kung stand und „Bir­nen, Boh­nen und Speck“ für das Spiel der Kon­tras­te, reprä­sen­tiert das Ein­ge­mach­te Kalb­fleisch die Fest­lich­keit der kal­ten Mona­te.
Frü­her wur­de es im Win­ter zu Hoch­zei­ten oder am ers­ten Weih­nachts­tag ser­viert – edel, hell und von einer fast ver­ges­se­nen Sanft­heit.

Die Geschich­te eines Sonn­tags­glücks in Weiß

Die Kunst des Ein­ma­chens

Die Kunst des „Ein­ma­chens“ (hier im Sin­ne von sanf­tem Ein­ko­chen in einer hel­len Sau­ce) stammt aus einer Epo­che, in der man Fleisch­qua­li­tät durch stun­den­lan­ges, scho­nen­des Sim­mern wür­dig­te.
Es war das Gegen­stück zu den schwe­ren, dunk­len Bra­ten­so­ßen. Die hel­le Sau­ce, ver­fei­nert mit Zitro­ne und Kapern, soll­te Licht in die dunk­le Jah­res­zeit brin­gen.
Die­ses Gericht erfor­dert Geduld – belohnt aber mit einer Zart­heit, die in der heu­ti­gen Fast-Food-Welt kaum noch zu fin­den ist.

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Klassisches Eingemachtes Kalbfleisch

Ein Gericht, das von Qualität und Sorgfalt lebt
Rezepte02 NORDISCHLIFESTYLE 012026
Vor­be­rei­tungs­zeit: 30 Min.
Koch­zeit: ca. 90 Min.
Zuta­ten für 4 Per­so­nen

  • 800 g Kalb­fleisch (Schul­ter oder Hals), in 3 cm gro­ße Wür­fel geschnit­ten

  • 1 Bund Sup­pen­grün (Sel­le­rie, Karot­ten, Lauch)

  • 1 Zwie­bel, mit 2 Nel­ken und 1 Lor­beer­blatt gespickt

  • 50 g But­ter

  • 50 g Mehl

  • 150 ml Sah­ne

  • 1 Eigelb (zum Legie­ren)

  • Saft einer hal­ben Zitro­ne

  • 2 EL Kapern (non-pareil­les)

  • Salz, wei­ßer Pfef­fer, eine Pri­se Zucker

  • Optio­nal: fri­sche Cham­pi­gnons, in Schei­ben gedüns­tet

Zube­rei­tung:
  1. Das Fleisch garen:

    • Kalb­fleisch in einen Topf geben

    • Mit kal­tem Was­ser bede­cken

    • Auf­ko­chen las­sen

    • Schaum sorg­fäl­tig abschöp­fen (für eine kla­re Sau­ce)

  2. Die Aro­men:

    • Sup­pen­grün hin­zu­fü­gen

    • Gespick­te Zwie­bel dazu­ge­ben

    • 60–80 Minu­ten bei sanf­ter Hit­ze sim­mern las­sen

    • Fleisch garen, bis es but­ter­weich ist

  3. Die hel­le Sau­ce:

    • Fleisch her­aus­neh­men und warm stel­len

    • Sud durch ein fei­nes Sieb gie­ßen

    • In einem neu­en Topf But­ter schmel­zen

    • Mehl ein­rüh­ren (hel­le Mehl­schwit­ze)

    • Nach und nach ca. 500 ml Fleisch­sud zuge­ben

    • Stän­dig rüh­ren, damit kei­ne Klümp­chen ent­ste­hen

  4. Ver­fei­nern:

    • Sah­ne unter­rüh­ren

    • Sau­ce ca. 10 Minu­ten köcheln las­sen

    • Kapern hin­zu­fü­gen

    • Optio­nal: gedüns­te­te Cham­pi­gnons zuge­ben

  5. Die Krö­nung – Legie­ren:

    • Topf vom Herd neh­men

    • Eigelb mit etwas war­mer Sau­ce ver­quir­len

    • Vor­sich­tig unter die nicht mehr kochen­de Sau­ce rüh­ren

    • Für sei­di­gen Glanz sor­gen

  6. Abschme­cken:

    • Mit Zitro­nen­saft ver­fei­nern

    • Mit Salz und wei­ßem Pfef­fer abschme­cken

    • Eine Pri­se Zucker hin­zu­fü­gen

    • Fleisch zurück in die Sau­ce geben

Serviervorschlag:

  • Tra­di­tio­nell mit haus­ge­mach­ten Spätz­le

  • Alter­na­tiv mit Salz­kar­tof­feln

  • Dazu passt ein klas­si­scher Kopf­sa­lat

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Manchmal schmeckt die Vergangenheit nach genau dem Trost,
den wir heute brauchen.

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Kochen mit Arno

Ein Topf voller Erinnerungen

Ein Gericht, das Geschichten weiterträgt

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Es gibt Rezep­te, die mehr sind als eine Abfol­ge von Zuta­ten und Hand­grif­fen. Sie tra­gen Stim­men in sich, Ges­ten, Gerü­che, gan­ze Gene­ra­tio­nen. In unse­rer Fami­lie gehört die­ses Gericht dazu – ein klei­nes kuli­na­ri­sches Erb­stück, das sei­nen Weg aus den wind­ge­peitsch­ten High­lands Schott­lands bis in unse­re nord­deut­sche Küche gefun­den hat.


Mei­ne schot­ti­schen Vor­fah­ren erzähl­ten immer, dass gutes Essen Men­schen zusam­men­bringt, egal wie weit sie von­ein­an­der ent­fernt leben. Und so wur­de die­ses Gericht über die Jah­re zu einem fes­ten Bestand­teil unse­rer Fami­li­en­ta­fel: mal schlicht, mal fest­lich, aber immer mit dem Gefühl von Hei­mat und Ver­bun­den­heit. Jedes Mal, wenn ich es zube­rei­te, habe ich das Gefühl, ein Stück die­ser Geschich­te wei­ter­zu­tra­gen – Löf­fel für Löf­fel, Duft für Duft, Erin­ne­rung für Erin­ne­rung.

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Irish Stew

Wärmend, ehrlich und voller Tradition
Rezepte03 NORDISCHLIFESTYLE 012026
Vor­be­rei­tungs­zeit: 30 Min.
Koch­zeit: ca. 90 Min.
Zuta­ten für 4 Per­so­nen
  • 800 g Lamm­keu­le oder Lamm­schul­ter, in gro­be Wür­fel geschnit­ten

  • 800 g meh­lig­ko­chen­de Kar­tof­feln

  • 4 Stück Karot­ten

  • 2 Stück Zwie­beln

  • 2 Zehen Knob­lauch

  • 1 Stan­ge Lauch

  • ½ Knol­le Sel­le­rie (optio­nal, aber klas­sisch)

  • ca. 1,2 Liter Lamm- oder Gemü­se­brü­he

  • 2 Stück Lor­beer­blät­ter

  • 2–3 Zwei­ge fri­scher Thy­mi­an

  • nach Geschmack Salz und schwar­zer Pfef­fer

  • 1 EL But­ter oder Raps­öl

  • ½ Bund Peter­si­lie, gehackt

Zube­rei­tung:
  1. Vor­be­rei­tung

    • Kar­tof­feln schä­len und hal­bie­ren oder vier­teln

    • Karot­ten in Schei­ben schnei­den

    • Zwie­beln grob wür­feln

    • Lauch in Rin­ge schnei­den

    • Sel­le­rie wür­feln

    • Lamm­fleisch tro­cken tup­fen und leicht sal­zen

  2. Anbra­ten

    • In einem gro­ßen Schmor­topf But­ter oder Öl erhit­zen

    • Lamm­fleisch por­ti­ons­wei­se kräf­tig anbra­ten, bis es Far­be bekommt

    • Zwie­beln und Knob­lauch hin­zu­fü­gen

    • Kurz mit­düns­ten

  3. Schich­ten und Schmo­ren

    • Kar­tof­feln, Karot­ten, Lauch und Sel­le­rie zum Fleisch geben

    • Mit Brü­he auf­gie­ßen, bis alles gut bedeckt ist

    • Lor­beer­blät­ter und Thy­mi­an ein­le­gen

    • Ein­mal auf­ko­chen las­sen

    • Hit­ze redu­zie­ren

    • Zuge­deckt ca. 1,5 Stun­den sanft köcheln las­sen, bis Fleisch but­ter­zart ist und Kar­tof­feln leicht zer­fal­len

  4. Abschme­cken

    • Mit Salz und Pfef­fer fein abschme­cken

    • Lor­beer­blät­ter ent­fer­nen

    • Mit gehack­ter Peter­si­lie bestreu­en

Serviertipp

  • Irish Stew ein paar Minu­ten ruhen las­sen

  • Dazu passt kräf­ti­ges Bau­ern­brot oder dunk­les Rog­gen­brot

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Manchmal braucht es nur einen einfachen Eintopf, um uns daran zu erinnern, wo wir zuhause sind.

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