Ein Einblick in Schleswig-Holsteins stilvollsten Swingerclub
Als die Anfrage für eine Berichterstattung über den Swingerclub „Refugium“ in Neumünster bei uns eintraf, waren wir überrascht. Ein Swingerclub? Passt das zu unserem Magazin NORDISCH LIFESTYLE? Doch je länger wir darüber nachdachten, desto klarer wurde: Ein gesunder Lifestyle schließt auch eine gesunde Einstellung zur Sexualität ein. Also, warum nicht?
Natürlich hatten auch wir die typischen Klischees im Kopf: roter Plüsch, schummriges Licht, eine Prise verruchter 80er-Jahre-Charme und irgendwo im Hintergrund eine Diskokugel, die ihren letzten Atemzug tut. Vielleicht sogar Massenorgien? In unserer Gesellschaft hat das Wort „Swingerclub“ oft einen gewissen „Muss-ich-das-wirklich-wissen?“-Beigeschmack. Aber wir wollten fair sein – wie könnten wir etwas beurteilen oder gar verurteilen, das wir nicht einmal selbst gesehen haben? Also beschlossen wir, den Vorhang zu lüften und einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Unsere Devise lautete: „Jedem das Seine.“ Solange niemand verletzt wird und es keinem schadet – warum nicht? Jeder sollte die Freiheit haben, seine Sexualität so zu leben, wie er es möchte. So fanden wir uns schließlich vor dem Eingang des „Refugiums“ wieder – Deutschlands jüngstem Swingerclub.
Dann trafen wir Marco. Man könnte meinen, ein Clubbesitzer eines solchen Etablissements sei ein geheimnisvoller Typ. Andere Medien nannten ihn sogar einen „Sex-Unternehmer“. Doch Marco war herzlich, bodenständig und hatte ein Lächeln, das Vertrauen erweckte. Ein Zuhälter? Ganz sicher nicht. Eher der gute Freund, mit dem man gern ein Bier trinkt und der immer eine ehrliche Antwort parat hat. Marco führte uns mit Humor und Offenheit durch das Refugium, und was uns direkt auffiel, war die moderne, saubere und einladende Gestaltung. Die Farben Grün und Anthrazit dominierten – weit entfernt von den Klischees, die in den Köpfen der Gesellschaft herumspukten.
Die Atmosphäre im Refugium war überraschend entspannt und gleichzeitig aufregend. Eine großzügige Tanzfläche mit einer Schaukel (!) dominierte den Raum, dazu eine stilvolle Bar, ein gemütliches Raucherzimmer im altenglischen Stil und zahlreiche einladende Sofalandschaften. Erst beim zweiten Blick entdeckten wir die beiden Spielwiesen – diskret, aber unverkennbar. Marco zeigte uns die Playrooms, thematisch gestaltete Räume, die jedem ermöglichen, seine Vorlieben auszuleben. Das Motto hier lautet: „Alles kann, nichts muss.“ Die Kordeln und Schilder, die signalisieren, wenn ein Raum tabu ist, geben den Gästen ein beruhigendes Gefühl. Ein Nein bedeutet hier tatsächlich Nein – und das wird strikt eingehalten. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein sofortiges Hausverbot.
Was uns besonders beeindruckte, war Marcos herzliche Offenheit. Für ihn spielt es keine Rolle, welche Hautfarbe, Religion oder sexuelle Neigung jemand hat – im Refugium sind alle willkommen, solange sie sich respektvoll verhalten. Und Diskretion? Die wird hier großgeschrieben. Handys, Fotos und Filmen sind verboten, und was im Refugium passiert, bleibt auch dort. Da kann man schon mal schmunzeln – schließlich soll das ja kein „Poste-deinen-Abend-auf-Instagram“-Event sein.
Entscheidend ist: Das Refugium ist kein Bordell, kein Laufhaus – weit gefehlt! Es ist ein stilvoller, exklusiver Treffpunkt in Schleswig-Holstein, wo frivole Begegnungen im Vordergrund stehen.
Prostitution gibt es hier nicht, und es gibt keine angestellten Damen oder Herren, die Gäste zum Sexualverkehr animieren. Stattdessen legt Marco großen Wert auf respektvollen Umgang und einen strengen Dresscode. Männer tragen dunkle Hosen, Hemden und gute Schuhe, während Frauen sich stilvoll kleiden. Die Gäste werden handverlesen, um ein exklusives und geschütztes Ambiente zu wahren. Besonders erstaunlich fanden wir die Barrierefreiheit des Clubs. Marco betonte, dass hier jeder willkommen ist, unabhängig von körperlichen Einschränkungen. Fast alle Bereiche sind barrierefrei zugänglich, inklusive behindertengerechter Toiletten und Duschen. Hier soll sich wirklich jeder wohlfühlen und seine Sexualität frei und ohne Angst vor Verurteilung ausleben können.
Die Eintrittspreise beinhalten ein Buffet und exklusive Getränke. Der höhere Preis hilft, den Männerandrang zu regulieren und eine ausgewogene Atmosphäre zu schaffen. Paare verabreden sich hier zum Beispiel auf ein monatliches (Sex-)Date in einer außergewöhnlichen Umgebung, um sich neu zu entdecken oder ihre Vorlieben auszuleben. Dabei geht es nicht immer um Partnertausch – oft steht einfach nur das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund. Und ja, es endet nicht immer alles im Bett. Man kann auch einfach eine tolle Party feiern oder einen schönen Abend in frivoler Umgebung verbringen.
Überall im Refugium wird Sauberkeit großgeschrieben. Handtücher, Desinfektionsmittel und Kondome stehen überall bereit. In den Toiletten gibt es sogar Mundwasser, Einwegzahnbürsten und andere Pflegeprodukte. Die unterschiedlichen Umkleiden sorgen dafür, dass sich niemand bedrängt fühlt.
Das Refugium in Neumünster hat uns gezeigt, dass Sexualität nichts ist, wofür man sich schämen muss. Es ist ein natürlicher Teil des Lebens, der gelebt werden darf – in einer Atmosphäre des Respekts, der Freiheit und der gegenseitigen Achtung. Hier kannst Du Du selbst sein, ohne verurteilt zu werden. Ob Du nun am Freitag- oder Samstagabend Deine Vorlieben bei einem Themenabend ausleben willst oder einfach nur neugierig bist – das Refugium bietet eine Umgebung, in der Du Dich sicher und respektiert fühlst. Marco und sein Team tun alles dafür, dass sich jeder Gast wohlfühlt. Sie begegnen Dir mit Herzlichkeit und Offenheit, stehen Dir zur Seite, wenn Du Fragen hast. Hier kannst Du sicher sein, dass Deine Grenzen respektiert werden. Es geht um Kommunikation, Verständnis und die Freiheit, Deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erkunden. Das Ziel des Teams im Refugium ist es, dass jeder Gast einen tollen und unvergesslichen Abend verbringt – ob mit oder ohne Sex.
Es geht uns in diesem Bericht nicht darum Werbung für das Refugium zu machen, sondern Dir eine Möglichkeit zu zeigen, Deine Sexualität in geschützter Umgebung zu leben. Als wir das Refugium verlassen, sind wir nachdenklich. Unser Bild von Swingerclubs hat sich verändert. Es ist kein Ort der Scham oder Verurteilung, sondern ein Raum für Freiheit und Selbsterkenntnis. Wir verlassen Neumünster mit einem neuen Verständnis und dem Gefühl, dass Sexualität in all ihren Facetten ein natürlicher Teil des Lebens ist – und genauso behandelt werden sollte.
Bericht: Arno und Loan Heyne
Refugium Swing & Dance| Krokamp 64, 24539 Neumünster
https://www.refugium-swingerclub.de/ | Tel.: 0175 5053473 |