Mini-Dread oder Löckchen
die große Haar-Entscheidung bei Lütt & Plietsch
Es war ein ganz normaler Morgen, dachte ich zumindest. Ich hatte gerade meinen ersten Kaffee intus, bereit, den Tag voller kleiner Abenteuer zu meistern, da klingelte es an der Tür.
Vor mir stand die Mutter eines Tageskindes mit einem Gesichtsausdruck, der irgendwo zwischen „Rette mich!“ und „Ich kapituliere“ schwebte. Neben ihr das Kind, und dessen Haar sah aus, als hätte es beschlossen, mir eine persönliche Hommage zu widmen.
Der Mini-Dread, der um Hilfe rief
„Du, Meike,“ begann die Mutter, „könntest du bitte mal gucken? Ich darf die Haare nicht kämmen. Da entwickelt sich schon ein richtig schöner kleiner Mini-Dread und macht dir alle Ehre.
Es sieht aus, als wolle mein Kind deinen Look kopieren. Aber zu Hause… ich werde nur angebrüllt, sobald ich mit der Bürste auch nur in die Nähe komme. Könntest du da mal? Vielleicht hast du ja magische Hände.“ Ich grinste. „Na, wenn das so ist, könnte ich ja auch gleich den ganzen Kopf einmal schön durchdreaden. Dann sieht er wirklich aus wie ich, nur ist das ziemlich pflegeintensiv!“
Die Mutter lachte laut, das Kind schaute mich an, als hätte ich gerade vorgeschlagen, den Mond vom Himmel zu holen. „Keine Sorge,“ fügte ich schnell hinzu, „das machen wir nachher ganz entspannt.“
Alltagsmagie und kleine Heldentaten
Solche Momente liebe ich ja. Es ist wirklich schön, wenn Eltern mit solchen Anfragen zu mir kommen. Das zeigt mir, wie sehr sie mir vertrauen.
Ob es jetzt ums Haare kämmen geht, um Fingernägel schneiden oder sonst irgendetwas, wofür Kinder sich lieber auf den Boden werfen, statt es zuzulassen – ich fühle mich da ein bisschen wie die geheime Superheldin des Alltags.
Die große Entscheidung: Mini-Dread oder Löckchen
Nach der Mittagspause war es dann so weit. Ich schnappte mir das Kind, setzte meinen Charme auf und sagte:
„Du, was meinst du? Willst du so schicke Haare wie Meike oder lieber deine schönen Löckchen behalten? Wenn du den Mini-Dread behalten willst, müssen wir ihn mit der Häkelnadel pflegen, zwirbeln und schön in Form bringen – das ist ganz schön viel Arbeit und kann auch mal zwicken. Oder wir bürsten ihn einfach raus, und deine Löckchen bleiben. Was sagst du?“
Das Kind schaute mich skeptisch an, als müsste es erstmal alle meine Argumente in einer Expertenrunde prüfen, nickte dann aber. „Okay, Meike, aber du musst gaaaanz vorsichtig sein beim Kämmen.“
„Natürlich,“ sagte ich mit der Dramatik eines Herzchirurgen. „Ich bin die Königin der Vorsicht.“
Der Kampf gegen den Mini-Dread
Also stand es tapfer vor mir, während ich mich der haarigen Mission widmete. Die Bürste und ich – wir waren ein eingespieltes Team. Ganz langsam, ganz sanft, bis der Mini-Dread schließlich das Handtuch warf.
Währenddessen fragte das Kind alle zwei Minuten: „Meike, bist du fertig?“ Und ich: „Fast! Aber so ein Dread ist hartnäckig, den kann man nicht einfach abreißen wie ein Pflaster, du machst das toll!“
Nach zehn Minuten, in denen das Kind absolut heldenhaft stillgehalten hatte, war der Mini-Dread Geschichte.
Zur Belohnung gab’s ein bisschen Haaröl – mein Spezialrezept für Glanz und Gloria – und dann stand es vor mir, als hätte es gerade eine Metamorphose zur Supermodel-Version seiner selbst durchgemacht.
Ein kleiner Moment, der groß macht
„Meike hat mich hübsch gemacht!“ rief es stolz, als die Eltern es später abholten. Die Mutter sah aus, als wäre Weihnachten vorgezogen worden, der Vater schaute beeindruckt, und ich? Ich fühlte mich ein kleines bisschen großartig.
Wer braucht schon Batman, wenn man Mini-Dreads bekämpfen, Kinderköpfe retten und Eltern einen entspannten Nachmittag bescheren kann?
Welches Abenteuer wartet wohl in der nächsten NORDISCH LIFESTYLE auf euch? Seid gespannt! Bis dahin folgt mir für mehr spaßige Anekdoten aus meinem Tagesmutterleben auf Instagram unter tagesmutter_luettundplietsch
Meike Onusseit von LÜTT & PLIETSCH – deine Tagesmutter in Osdorf.