Ein Abschied verändert alles | Bereitschaftspflege Teil 03

nl-trenner-250
nl-trenner-250

Nach dem Abschied begann die eigentliche Reise

Bereitschaftspflege – Wie ein neuer Weg uns weitertrug

nl-trenner-250

Teil 3: Der Abschied, der alles in Bewegung setzte

Bereitschaftspflege01-NORDISCHLIFESTYLE-042026

Teil 01 unse­rer Bereitschaftspflege‑Reihe hat erzählt, wie alles begann: unse­re Beweg­grün­de, unse­re Bewer­bung, die Gesprä­che, die Vor­be­rei­tung. Teil 02 hat den Moment beschrie­ben, der alles ver­än­der­te – den Anruf, das Ankom­men, die ers­ten Näch­te, die ers­ten Trä­nen, die ers­ten klei­nen Schrit­te in Rich­tung Ver­trau­en.

Die Reak­tio­nen auf bei­de Tei­le waren über­wäl­ti­gend. Men­schen schrie­ben uns, dass sie zum ers­ten Mal ver­stan­den haben, wie viel Bereit­schafts­pfle­ge bedeu­tet. Ande­re erzähl­ten, dass sie selbst dar­über nach­den­ken, die­sen Weg zu gehen. Und vie­le sag­ten, dass sie die Geschich­te von Luca und Ella nicht mehr los­lässt.

Des­halb erzäh­len wir wei­ter.
Teil 03 führt dort­hin, wo Bereit­schafts­pfle­ge oft am schwers­ten ist: zu Ent­schei­dun­gen, die man nicht tref­fen möch­te, aber tref­fen muss. Zu Begeg­nun­gen, die Mut machen. Zu Momen­ten, die weh­tun. Und zu Schrit­ten, die not­wen­dig wer­den, um bei­den Kin­dern gerecht zu wer­den.

Wir ver­öf­fent­li­chen wei­ter­hin kei­ne Fotos der Kin­der, son­dern aus­schließ­lich Bei­spiel­fo­tos, um ihre Pri­vat­sphä­re zu schüt­zen.

Aber ihre Geschich­te – die dür­fen wir erzäh­len. Weil sie wich­tig ist. Weil sie zeigt, wie kom­plex Bereit­schafts­pfle­ge ist. Und weil sie deut­lich macht, dass Lie­be manch­mal bedeu­tet, los­zu­las­sen.

Abschied von Ella

Es gibt Ent­schei­dun­gen, die man nicht trifft, weil man sie möch­te, son­dern weil man sie tref­fen muss. Der Abschied von Ella war genau so eine Ent­schei­dung. Kein Moment, der plötz­lich vom Him­mel fiel, son­dern ein Weg, der sich über Tage und Wochen abzeich­ne­te – lei­se, schmerz­haft und unaus­weich­lich.

Der Weg zur Erkenntnis

Ella war ein Kind vol­ler Wider­sprü­che: stark und ver­letz­lich, kon­trol­lie­rend und gleich­zei­tig zutiefst abhän­gig von Auf­merk­sam­keit. Sie such­te Nähe, aber nur zu ihren Bedin­gun­gen. Sie brauch­te Halt, aber kei­nen, den wir ihr geben konn­ten. Immer wie­der geriet sie in Situa­tio­nen, die für Luca gefähr­lich wur­den – nicht aus Bos­heit, son­dern aus Über­for­de­rung, aus inne­rer Not, aus einem Trau­ma, das grö­ßer war als alles, was ein Zuhau­se auf­fan­gen kann.

Gemein­sam mit dem Jugend­amt führ­ten wir vie­le Gesprä­che. Wir doku­men­tier­ten, beob­ach­te­ten, reflek­tier­ten. Und irgend­wann wur­de klar: Ella braucht mehr als Lie­be, Struk­tur und Geduld. Sie braucht the­ra­peu­ti­sche Beglei­tung, rund um die Uhr, von Men­schen, die auf genau sol­che Kin­der spe­zia­li­siert sind. Men­schen, die sie hal­ten kön­nen, wenn ihre inne­re Welt zu laut wird.

Warum es kein Versagen war

Das Jugend­amt sag­te es uns immer wie­der: „Es ist kein Schei­tern. Es ist Ver­ant­wor­tung.“ Und trotz­dem tat es weh. Denn Abschied tut immer weh – beson­ders dann, wenn man ein Kind gehen lässt, das man eigent­lich fest­hal­ten möch­te.

Der Tag des Loslassens

Am Mor­gen ihres letz­ten Tages war Ella stil­ler als sonst. Nicht ängst­lich, nicht wütend – eher wie ein Kind, das spürt, dass etwas Gro­ßes bevor­steht. Luca mach­te sei­nen Mit­tags­schlaf, wäh­rend wir sie zum Jugend­amt brach­ten. Viel­leicht war es gut so. Viel­leicht hät­te sein Blick den Abschied noch schwe­rer gemacht.
Ella stieg aus dem Auto, ohne zu klam­mern, ohne Trä­nen. Sie wirk­te gefasst, fast erleich­tert. Als hät­te sie ver­stan­den, dass dort, wohin sie geht, etwas auf sie war­tet, das wir ihr nicht geben konn­ten.

Zwischen Schmerz und Erleichterung

Als die Tür hin­ter ihr zuging, blieb ein Gefühl zurück, das schwer zu beschrei­ben ist: Trau­er, ja. Aber auch Frie­den. Und Dank­bar­keit. Denn Ella ist jetzt an einem Ort, der ihr hel­fen kann, ihre Welt zu sor­tie­ren. Ein Ort, an dem sie nicht funk­tio­nie­ren muss, son­dern hei­len darf.

Und wir? Wir muss­ten los­las­sen, um ihr genau das zu ermög­li­chen.

Bereitschaftspflege02-NORDISCHLIFESTYLE-042026

Umgangskontakt mit den Eltern

Umgangs­kon­tak­te sind Momen­te, die man nicht pla­nen kann. Sie sind roh, ehr­lich, unge­schönt. Sie zei­gen, was zwi­schen Kin­dern und ihren Her­kunfts­fa­mi­li­en geblie­ben ist – und was fehlt. Für Luca war die­ser Tag ein Sturm aus Freu­de, Sehn­sucht und Ent­täu­schung, alles gleich­zei­tig.

Wiedersehen mit Geschwistern

Als wir den Raum betra­ten, rann­te Luca strah­lend auf sei­ne Geschwis­ter zu. Sein klei­nes Gesicht leuch­te­te, als hät­te er end­lich etwas gefun­den, das er lan­ge ver­misst hat­te. Doch die Freu­de hielt nur kurz. Denn wäh­rend die ande­ren Kin­der sofort Auf­merk­sam­keit beka­men, Geschen­ke erhiel­ten, gefüt­tert wur­den, blieb Luca allein in der Spiel­ecke sit­zen. Lan­ge. Zu lan­ge.

Er spiel­te still vor sich hin, blick­te immer wie­der zu uns, such­te Halt, such­te Ori­en­tie­rung. Doch wir grif­fen nicht ein. Umgangs­kon­tak­te gehö­ren den Eltern und ihren Kin­dern. Unse­re Auf­ga­be war es, aus­zu­hal­ten. Und das war schwe­rer, als wir erwar­tet hat­ten.

Zwischen Nähe und Distanz

Der Vater war der Ers­te, der zu Luca ging. Sanft, vor­sich­tig, fast zärt­lich. Er nahm ihn in den Arm, und für einen Moment schien die Welt still­zu­ste­hen. Doch Luca blieb ange­spannt, such­te immer wie­der unse­ren Blick, als wol­le er fra­gen: „Ist das sicher?“

Die Mut­ter hin­ge­gen muss­te ihn an sich zie­hen. Er wand sich, dreh­te sich weg, woll­te nicht blei­ben. Es war kein Trotz, kei­ne Ableh­nung – es war Angst. Eine Angst, die tief saß und die wir in den Wochen zuvor immer wie­der gese­hen hat­ten.

Ein Aushalten, das notwendig war

Wir saßen in der Ecke, zusam­men mit den Mit­ar­bei­ten­den des Jugend­am­tes, und beob­ach­te­ten. Es tat weh. Es tat rich­tig weh. Aber es war wich­tig. Denn Umgangs­kon­tak­te zei­gen nicht nur Bin­dung – sie zei­gen auch Brü­che. Und die­se Brü­che müs­sen gese­hen wer­den, damit Hil­fe an der rich­ti­gen Stel­le anset­zen kann.

Im Her­zen glau­ben wir, dass die Eltern ihre Kin­der lie­ben. Lie­be ist da – unge­ach­tet der Umstän­de, unge­ach­tet der Geschich­te. Aber Lie­be allein reicht nicht immer. Manch­mal braucht ein Kind mehr, als Eltern geben kön­nen. Und manch­mal zeigt ein Umgangs­kon­takt genau das.

Als wir spä­ter mit Luca nach Hau­se fuh­ren, war er stil­ler als sonst. Nach­denk­lich. Und in der Nacht kamen die Alb­träu­me. Meh­re­re. Schrei­end, zit­ternd, suchend. Wir mach­ten kurz das Licht an, damit er uns sieht. Er beru­hig­te sich sofort.

Es war ein Tag, der Spu­ren hin­ter­ließ. Bei ihm. Und bei uns.

Treffen mit dem Vormund

Wenn man ein Kind in Bereit­schafts­pfle­ge beglei­tet, ist man nie allein – und genau das spürt man in der Zusam­men­ar­beit mit dem Jugend­amt Kiel vom ers­ten Tag an. Als der gesetz­lich bestell­te Vor­mund für Luca zu uns nach Hau­se kam, füg­te sich ein wei­te­rer Bau­stein in die­ses star­ke Netz­werk ein. Ein Besuch, der nicht nur Infor­ma­tio­nen brach­te, son­dern auch Sicher­heit, Ori­en­tie­rung und das Gefühl, gemein­sam an einem Strang zu zie­hen.

Ein Gespräch, das Klarheit und Verständnis brachte

Der Vor­mund nahm sich viel Zeit, um uns die fami­liä­ren Hin­ter­grün­de zu erklä­ren, die Luca geprägt hat­ten. Eini­ge Infor­ma­tio­nen waren schwer aus­zu­hal­ten, ande­re erklär­ten plötz­lich Ver­hal­tens­wei­sen, die wir in den ver­gan­ge­nen Tagen beob­ach­tet hat­ten. Es war ein Gespräch vol­ler Offen­heit und Empa­thie – getra­gen von der glei­chen Hal­tung, die wir bereits vom Jugend­amt Kiel kann­ten: klar, wert­schät­zend, zuge­wandt.

Nichts an die­sem Tref­fen fühl­te sich nach Büro­kra­tie an. Es war ein Mit­ein­an­der. Ein gemein­sa­mes Sor­tie­ren. Ein gemein­sa­mes Hin­se­hen. Und ein gemein­sa­mes Ver­ste­hen.

Rechtliche Sicherheit für Lucas Alltag

Ein zen­tra­ler Punkt war die Über­ga­be der recht­li­chen Voll­mach­ten. End­lich durf­ten wir offi­zi­ell han­deln:
medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung orga­ni­sie­ren, Kin­der­gar­ten­an­mel­dun­gen vor­neh­men, the­ra­peu­ti­sche Unter­stüt­zung ein­lei­ten, Unter­la­gen aus­fül­len.

All das, was im All­tag selbst­ver­ständ­lich klingt, war bis dahin nur ein­ge­schränkt mög­lich gewe­sen. Nun konn­ten wir Luca in all die­sen Berei­chen ver­tre­ten – recht­lich abge­si­chert und fach­lich beglei­tet.

Ein Team, das trägt

Was uns beson­ders berühr­te, war die Hal­tung des Vor­munds: respekt­voll, klar, unter­stüt­zend. Kein Druck, kei­ne Über­for­de­rung. Statt­des­sen ech­tes Ver­trau­en in unse­re Beob­ach­tun­gen und unse­re Arbeit. Und gleich­zei­tig ein tie­fes Ver­ständ­nis für Lucas Bedürf­nis­se.

Die­ses Tref­fen zeig­te uns erneut, wie gut wir ein­ge­bet­tet sind:
Ein star­kes Jugend­amt. Ein enga­gier­ter Vor­mund. Und wir – als Teil eines Teams, das Luca schützt und stärkt.

Als das Gespräch ende­te, blieb ein Gefühl zurück, das uns in die­ser Zeit viel bedeu­te­te:

Wir sind gut beglei­tet. Und Luca ist es auch.

Bereitschaftspflege03-NORDISCHLIFESTYLE-042026

Erster Arztbesuch

Der ers­te gro­ße Arzt­ter­min mit Luca war ein Tag, der uns tief erschüt­ter­te. Fast zwei Stun­den nahm sich die Kin­der­ärz­tin Zeit – zwei Stun­den, in denen sie nicht nur unter­such­te, son­dern auf­merk­sam beob­ach­te­te, sich Noti­zen mach­te und mit einer Ruhe arbei­te­te, die uns durch die­sen schwe­ren Ter­min trug.

Wir hat­ten geahnt, dass die­ser Besuch wich­tig sein wür­de. Aber wir waren nicht dar­auf vor­be­rei­tet, wie schwer man­che Erkennt­nis­se für uns aus­zu­hal­ten sein wür­den.

Ein Termin zwischen Schock und Klarheit

Luca konn­te nicht ver­ste­hen, was um ihn her­um geschah. Er reagier­te kaum auf Spra­che, wirk­te wie ein Kind, das in einer eige­nen klei­nen Welt lebt. Die Ärz­tin sprach nicht „mit“ ihm – sie arbei­te­te mit ihm. Sanft, gedul­dig, ohne Erwar­tun­gen. Sie ließ ihm Zeit, beob­ach­te­te sei­ne Bewe­gun­gen, sei­ne Reak­tio­nen, sei­ne Art, die Umge­bung wahr­zu­neh­men. Und wir sahen dabei zu, wie deut­lich wur­de, wie viel Unter­stüt­zung Luca braucht.

Man­che Beob­ach­tun­gen tra­fen uns hart. Es war ein Schock – nicht wegen ein­zel­ner Dia­gno­sen, die wir hier bewusst nicht nen­nen, son­dern wegen der Tie­fe des­sen, was Luca in sei­nem klei­nen Leben bereits mit sich trägt. Und doch war da auch etwas ande­res: eine Klar­heit, die uns half, nicht in der Schwe­re zu ver­sin­ken. Die Ärz­tin zeig­te uns Wege, Struk­tu­ren, nächs­te Schrit­te. Sie gab uns Ori­en­tie­rung in einem Moment, der sich sonst wie ein Stru­del ange­fühlt hät­te.

Gemeinsam weitergehen

Noch am sel­ben Tag began­nen wir, die emp­foh­le­nen Ter­mi­ne zu koor­di­nie­ren. Vie­le War­te­lis­ten waren lang, man­che fast unüber­wind­bar. Doch gemein­sam mit dem Jugend­amt Kiel, dem Vor­mund und der Ärz­tin fan­den wir Wege. Men­schen kamen uns ent­ge­gen. Türen öff­ne­ten sich. Und wir spür­ten: Luca ist ein­ge­bet­tet in ein Netz­werk, das ihn trägt – und wir sind Teil davon. Die­ser Arzt­be­such war ein Schock. Aber er war auch ein Wen­de­punkt. Ein Moment, in dem klar wur­de:
Jetzt beginnt Lucas Weg in eine Zukunft, die ihm gerecht wird.

Bereitschaftspflege04-NORDISCHLIFESTYLE-042026

Kennenlernen mit der Tagesmutter

Der Besuch bei der Tages­mut­ter fühl­te sich an wie ein klei­ner Licht­blick inmit­ten der inten­si­ven ers­ten Wochen. Schon beim Betre­ten des Hofes wur­de deut­lich, dass die­ser Ort für Luca wie geschaf­fen ist: Pfer­de, die ruhig auf der Wei­de ste­hen, Hüh­ner, die frei her­um­lau­fen, Kat­zen, die neu­gie­rig beob­ach­ten, und ein Hund, der freund­lich begrüßt.

Ein Hof vol­ler Leben – und vol­ler Mög­lich­kei­ten für ein Kind, das Bewe­gung und Natur so drin­gend braucht.

Eine ruhige, geerdete Begleiterin

Die Tages­mut­ter selbst strahlt eine beson­de­re Ruhe aus. Sie ist jemand, der Kin­dern nicht „etwas abver­langt“, son­dern ihnen Raum gibt. Ihre Art ist klar, warm und unauf­ge­regt. Sie arbei­tet viel drau­ßen, lässt die Kin­der ren­nen, Tie­re beob­ach­ten, Natur anfas­sen, balan­cie­ren, klet­tern, füh­len. Kein stän­di­ges Ein­grei­fen, kein Druck – son­dern ein intui­ti­ves Beglei­ten. Für Luca, der Bewe­gung braucht, um sich sicher zu füh­len, ist das ein Geschenk.

Ein Ort, an dem Luca sofort ankam

Schon nach weni­gen Minu­ten war zu sehen, wie gut ihm die­ser Ort tut. Er lief los, beob­ach­te­te die Tie­re, spür­te den Wind, berühr­te den Boden. Sei­ne sonst so hohe Grund­span­nung wich einer sel­te­nen Ruhe. Die Tages­mut­ter ließ ihn ein­fach sein, beob­ach­te­te auf­merk­sam, ohne ihn zu bedrän­gen. Genau die­se Art von Prä­senz ist für Luca wich­tig: Men­schen, die ihn nicht über­for­dern, son­dern ihm Zeit geben. Als wir uns ver­ab­schie­den woll­ten, klam­mer­te sich Luca an ihr Bein. Kein Pro­test, kein Wei­nen – nur die­ses stil­le, kla­re Zei­chen: Ich möch­te hier­blei­ben.

Es war kein lan­ger Besuch. Aber einer, der uns zeig­te:
Hier fin­det Luca einen Ort, der ihm gut tut – mit Natur, Bewe­gung und einer Tages­mut­ter, die ihn sieht, ohne etwas von ihm zu erwar­ten.

Bereitschaftspflege05-NORDISCHLIFESTYLE-042026

Vorstellung im Kindergarten

Der Ter­min zur Vor­stel­lung im Kin­der­gar­ten war ein wich­ti­ger Schritt für Lucas Zukunft. Die Grup­pe, in der er spä­ter betreut wer­den soll, arbei­tet über­wie­gend drau­ßen in der Natur.

Die Kin­der ver­brin­gen fast den gan­zen Tag im Wald, lau­fen über wei­che Wege, klet­tern auf Baum­stäm­me, sam­meln Stö­cker, beob­ach­ten Tie­re und erle­ben die Jah­res­zei­ten unmit­tel­bar. Nur bei star­kem Regen zie­hen sie sich in eine klei­ne Schutz­hüt­te zurück. Es ist ein All­tag, der von Frei­heit, Bewe­gung und kla­ren Struk­tu­ren geprägt ist.

Ein Kindergarten, der Lucas Bedürfnissen entspricht

Für Luca ist Bewe­gung kein „Ange­bot“, son­dern eine Not­wen­dig­keit. Er braucht Raum, Wei­te, natür­li­che Rei­ze – und genau das bie­tet die­ser Kin­der­gar­ten.

Die Erzie­he­rin­nen begeg­ne­ten ihm mit viel Ruhe und Offen­heit. Sie erklär­ten uns, wie der Tag abläuft, wie die Kin­der beglei­tet wer­den und wie sie auf unter­schied­li­che Ent­wick­lungs­stän­de ein­ge­hen. Ihre Hal­tung war sofort spür­bar: kein Druck, kein Ver­glei­chen, kein „Mit­hal­ten­müs­sen“.

Luca im Wald

Luca ver­stand nicht, was die­ser Besuch bedeu­te­te, aber er nahm die Umge­bung auf sei­ne Wei­se wahr. Er tas­te­te über Baum­rin­den, berühr­te Blät­ter, beob­ach­te­te das Licht zwi­schen den Ästen. Sei­ne sonst so hohe Grund­span­nung ließ nach. Die Wei­te, die Geräu­sche des Wal­des, die kla­re Luft – all das schien ihm gut­zu­tun.

Die Erzie­he­rin­nen lie­ßen ihn in sei­nem Tem­po ankom­men. Kein Drän­gen, kein Über­for­dern. Sie beob­ach­te­ten auf­merk­sam, wie er sich beweg­te, wie er reagier­te, wie er Halt such­te. Genau die­se Art von Beglei­tung braucht er.

Als wir gin­gen, war Luca erschöpft, aber ruhig. Und wir hat­ten das Gefühl, dass die­ser Kin­der­gar­ten ein Ort sein kann, an dem er – mit viel Geduld und der rich­ti­gen Unter­stüt­zung – klei­ne Schrit­te in Rich­tung All­tag machen darf.

Es war kein lau­ter Ter­min. Aber ein rich­ti­ger.
Ein Schritt in eine Zukunft, die Luca nicht über­for­dert, son­dern stärkt.

Alltag und Herausforderungen

Nach den ers­ten inten­si­ven Wochen – vol­ler Ter­mi­ne, Ent­schei­dun­gen, Begeg­nun­gen und Abschie­de – beginnt nun der Teil, der lei­se ist, aber alles prägt: der All­tag. Ein All­tag, der gestal­tet wer­den muss – mit Struk­tur, Geduld, Humor, Kraft und manch­mal mehr Atem, als man hat.

In Teil 04 erzäh­len wir, wie Luca sei­nen Platz fin­det: wie er schläft, isst, sich bewegt, Nähe sucht und sie manch­mal ver­wei­gert. Wir zei­gen, wie klei­ne Fort­schrit­te aus­se­hen, wenn ein Kind die Welt auf sei­ne eige­ne Wei­se wahr­nimmt – und wel­che Her­aus­for­de­run­gen uns täg­lich begeg­nen. Ein ehr­li­cher Blick in Tage, die for­dern und wach­sen. Und in die Stär­ke eines Jun­gen, der Schritt für Schritt sei­nen Weg bei uns beginnt.

Ein Alltag beginnt…

Was dann folg­te, kam lei­se – ein Rhyth­mus, der sich lang­sam in unse­re Tage schob. Ein Blick, ein Schritt, ein klei­nes Zei­chen von Ankom­men. Und plötz­lich war spür­bar: Unser All­tag wür­de sich ver­än­dern – for­dernd, aber vol­ler klei­ner Wun­der.

Wie es wei­ter­geht, erzäh­len wir Dir in Teil 04 – All­tag und Her­aus­for­de­run­gen in der nächs­ten Aus­ga­be.

Bleib bei uns. Fol­ge uns auf Insta­gram, Face­book und in unse­rer Face­book-Com­mu­ni­ty, um nichts zu ver­pas­sen.

Wir neh­men Dich mit – ehr­lich, nah und mit­ten ins Herz der Bereit­schafts­pfle­ge.

nl-trenner-250

„Ihr habt Pflegekinder und Pflegeeltern sichtbar gemacht – als andere weggesehen haben.“

Ein Dank, der mehr bedeutet als Worte

Danke-Bereitschaftspflege-NORDISCHLIFESTYLE

In einer Zeit, in der Pfle­ge­el­tern und Pfle­ge­kin­der oft unsicht­bar blei­ben, habt Ihr ein star­kes Zei­chen gesetzt. Ihr wart die Ers­ten, die ohne Zögern an unse­rer Sei­te stan­den – nicht aus Pflicht, nicht aus Wer­bung, son­dern aus ech­ter Mensch­lich­keit.

Euer Han­deln ist mehr als Unter­stüt­zung. Es ist ein kla­res sozia­les State­ment:

Pflegekinder und Pflegeeltern gehören gesehen, gewürdigt und getragen.

Ihr habt gezeigt, dass gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung nicht nur ein Wort ist, son­dern eine Hal­tung.
Dafür emp­fin­den wir tie­fen Respekt und unend­li­che Dank­bar­keit.

Von Herzen: Danke.

(alphabetisch sortiert)

In unse­rer Berichts­rei­he wer­den noch wei­te­re Unter­neh­men vor­ge­stellt, die uns unter­stützt haben. Doch in unse­rer Anfangs­pha­se waren die­se Unter­neh­men die Ers­ten, die ohne Zögern an unse­rer Sei­te stan­den – und genau das wer­den wir nie­mals ver­ges­sen. Des­halb gilt die­ser ers­te, ganz beson­de­re Dank ihnen.

NL-Trenner

Manchmal braucht es einen schweren Schritt,
damit ein Kind leichter atmen kann.

Teile diesen Post